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Erfolgreiche Kooperation zwischen regionaler Wirtschaft und Hochschule

15.07.1999 - (idw) Fachhochschule Oldenburg / Ostfriesland / Wilhelmshaven

Bauingenieure und Architekten für den Arbeitsmarkt qualifiziert

Erfolgreiche Kooperation zwischen regionaler Wirtschaft und Hochschule

Bauingenieure und Architekten für den Arbeitsmarkt qualifiziert

Ww/ Erstmalig beendeten Ende Juni diesen Jahres an der Fachhochschule Oldenburg 17 arbeitslose Bauingenieure und Architekten erfogreich eine Aufbaufortbildung, in der sie Ihre Qualifikationen für eine der vielfältigen Tätigkeiten im Bereich "Baumanagement" vertieften. Elf von ihnen haben bereits einen Arbeitsplatz gefunden.

Das Fortbildungsangebot "Praxistraining Baumanagement" ist ein gemeinsames Projekt des Zentrums für Weiterbildung (ZfW) der Fachhochschule und des Arbeitsamtes Oldenburg. An seiner Planung, Durchführung und Weiterentwicklung sind Mitarbeiter der Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen und Baumanagement der FH ebenso beteiligt wie Vertreter der Bauindustrie, freie Architekten und auf Baurecht spezialisierte Juristen.

Zusätzliche Fähigkeiten erlernen

Mit diesem Bildungsangebot reagieren die Kooperationspartner auf den Wandel der Tätigkeitsfelder und Anforderungen bei Bauingenieuren und Architekten: Bei der Planung, Steuerung und Abwicklung von Bauvorhaben geht es dem Bauherren und dem Bauunternehmen immer darum, das gesamte Baugeschehen im Blick zu haben und entsprechend handeln zu können.

Das setzt neben den traditionellen technischen und entwerferisch/planerischen Fähigkeiten von Bauingenieuren und Architekten zusätzliche Fähigkeiten voraus: ein ausgeprägtes Kosten- und Leistungsdenken, Einblick in die komplexen baurechtlichen Fragen, vorausschauende und zielorientierte Organisationsfähigkeit sowie persönliche Stärken beim Umgang mit den beteiligten Partnern.

Während der sechsmonatigen Theoriephase der Fortbildung bearbeiteten die Teilnehmer die rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und kommunikations- und informationstechnischen Aspekte von Bauvorhaben aus der Perspektive der verschiedenen beteiligten Parteien.

Wie man Verhandlungen führt und Mitarbeiter motiviert

So haben sie gelernt, welche Klauseln eines Bauvertrages rechtsgültig sind und welche nicht, wer bei welchen Baumängeln nach der Bauabnahme wie lange haftet, wie man als Auftraggeber Nachtragsforderungen nach der Schlußabrechnung vermeidet und als Auftragnehmer, seine berechtigten Nachträge einfordert.

Sie wissen jetzt, wie man ein Angebot so kalkuliert, daß man den Auftrag auch bekommt und trotzdem während und nach der Bauabwicklung "schwarze Zahlen" schreibt. Sie kennen die Geheimnisse einer erfolgreichen Verhandlungsführung und wissen, worauf es ankommt, wenn ihre Mitarbeiter motiviert bleiben sollen.

Im Bereich der Neuen Technologien sind sie firm im Umgang mit dem CAD Programm Allplan von Nemetschek, können Ausschreibungen mit EDV erstellen und mit Excel kalkulieren.

Teilnehmer lernen während des Praktikums viele Einsatzbereiche kennen

Die letzten drei Monate der Fortbildung wurden dazu genutzt, das Erlernte in der Praxis anzuwenden. Je nach Neigung und beruflichen Vorerfahrungen wählten die Teilnehmer Praktikumsplätze in traditionellen Bauunternehmen, in einem Betonfertigteilwerk, in Architektur- und Ingenieurbüros, bei kommunalen Bauämtern und Bauträgergesellschaften.

Entsprechend breit war das Spektrum ihrer Einsatzbereiche: Es reichte von Entwurf, Planung, Ausschreibung, Vergabe, Bauleitung und Abrechnung von Bauvorhaben auf der Seite des öffentlichen oder privaten Auftraggebers bis hin zu Kalkulation, Angebotserstellung, Vorbereitung und Abwicklung, und Koordination von Nachunternehmereinsatz auf Bau- bzw. Generalunternehmerseite. Ein Teilnehmer war mit dem Erwerb von Baugrundstücken befaßt, ein anderer hatte die Aufgabe, Sicherheitspläne nach der neuen Baustellenverordnung zu erstellen.

Existenzgründung und berufliche Perspektiven

Das wichtigste Ziel der Fortbildung, der anschließende Übergang in Beschäftigungsverhältnisse, war bei Abschluß der Theoriephase schon drei Teilnehmern gelungen. Im Anschluß an das Praktikum winkte sechs Teilnehmern bei dem betreffenden Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag. Eine Teilnehmerin wird mit einer anderen freien Architektin eine Partnerschaft gründen, ein Teilnehmer wird vorerst als freier Mitarbeiter bei einem Planungsbüro weiter beschäftigt. Der Anteil derjenigen, die im Anschluß an die Fortbildung eine berufliche Perspektive haben, beträgt 65 Prozent.

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