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"Preis für herausragende Leistungen in der internationalen Hochschulzusammenarbeit"

19.07.1999 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

"Preis für herausragende Leistungen in der internationalen Hochschulzusammenarbeit"
Preisverleihung durch Bundesministerin Bulmahn in Hannover
"Internationalisierung der Hochschulausbildung muß weiter ausgebaut werden"


Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, und der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Klaus Landfried haben am (heutigen) Montag den mit 30.000 Mark dotierten "Preis für herausragende Leistungen in der internationalen Hochschulzusammenarbeit" im Leibnizhaus in Hannover verliehen. Mit dem vom BMBF gestifteten Preis werde das besondere persönliche Engagement von Hochschullehrerinnen und -lehrern und Studierenden im Rahmen der internationalen Hochschulzusammenarbeit ausgezeichnet, erklärten Ministerin Bulmahn und Prof. Dr. Land-fried. Hierbei gehe es um beispielhafte Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen und die Förderung des akademischen Austausches. Der Preis solle dazu beitragen, die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Internationalisierung der Hochschulausbildung auf-merksam zu machen. "Wir wollen die Lehrenden und Studierenden ermutigen, die sich auch und gerade trotz reglementierender Hindernisse und Kirchturmmentalitäten in man-chen Fakultäten engagieren", sagte HRK-Präsident Landfried.
"Leistungsfähigkeit und das Ansehen einer Hochschule hängen zunehmend auch von ihren internationalen Aktivitäten und ihrer Attraktivität für ausländische Studierende und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ab", erklärte Bundesministerin Bulmahn. Die Internationalität der Hochschulen trage zu ihrer Profilierung bei und fördere den Wettbewerb unter den Hochschulen Europas und weltweit. "Es sind die Erfahrungen aus der internationalen Zusammenarbeit, die in Deutschland Reformprojekte wie Evaluation von Lehre und Studium, gestufte Abschlüsse oder die Akkreditierung ermög-licht haben", ergänzte Landfried.
Bulmahn betonte, daß die Bundesregierung mit Nachdruck sowohl die internationalen Hochschulkooperationen als auch integrierte internationale Studiengänge fördere. Sie wies darauf hin, daß es bereits 117 Studiengänge in Deutschland gebe, die zu einem Bachelor- oder Masterabschluß führen. "Der Studien- und Wissenschaftsstandort Deutschland muß allerdings noch attraktiver werden", so Bulmahn. Sie hoffe, daß die drei Preisträger auch Vorbildfunktion für neue internationale Inititativen an den Hoch-schulen haben werden. "Wir müssen um ausländische Studierende werben und ausländischen Studierenden und jungen Wissenschaftlern beste Studien- und Arbeitsmöglichkeiten bieten", sagte Bulmahn. Den deutschen Studierenden riet sie, während des Studiums einen Auslandsaufenthalt einzuplanen.
Abschließend erklärten Bundesministerin Bulmahn und Prof. Dr. Landfried, daß es ein wichtiges Ziel sei, die europäische Hochschullandschaft transparenter und im Bezug auf Studieninhalte und Abschlüsse kompatibler zu machen. Es sei wichtig, ein integrier-tes europäisches Hochschulsystem aufzubauen.

Auszeichnungen für internationale Hochschulzusammenarbeit
Ministerin verleiht Preise an drei Professoren

Den mit insgesamt 30.000 DM dotierten "Preis für herausragende Leistungen in der internationalen Hochschulzusammenarbeit" hat die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, am 19. Juli 1999 in Hannover übergeben. Die durch den Auswahlausschuß der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) benannten Preisträger sind
Professor Dr.-Ing. Victor Rizkallah, Professor für Grundbau und Bodenmechanik an der Universität Hannover,
Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Jahnke, Professor für Industrial Engineering an der Technischen Fachhochschule Berlin, sowie
Professor Dr. Horst Fischer, Geschäftsführer des Instituts für Friedenssicherungs-recht und Humanitäres Völkerrecht an der Ruhr-Universität Bochum und Professor für International Humanitarian Law an der Rijksuniversiteit Leiden (Sonderpreis).
Professor Rizkallah hat seit 20 Jahren die Internationalität der Universität Hannover mitentscheidend vorangetrieben. Insbesondere hat er den PostgraduiertenStudiengang für ausländische Studierende "Geotechnik und Infrastruktur im Ingenieur- und Vermessungswesen" entwickelt. Mehr als 1200 Bewerbungen und nahezu 200 Ab-solventen seit 1987, verteilt über die ganze Welt, belegen die Attraktivität des (deutschsprachigen) Lehrangebots. Der Studiengang ist für ausländische Bachelor-Absolventen konzipiert und endet mit dem von der HRK für diese Art von Studien 1988 empfohlenen Magister-grad. Internationale Anerkennung und Kompatibilität wurden so schon früh gesichert. Mit regelmäßigen fachlichen Kontakten und Fachseminaren im Heimatland der Absolventin-nen und Absolventen hat Professor Rizkallah für nachhal-tige Bindungen gesorgt. Er hat darüber hinaus Hochschulkontakte im arabischen Raum, in Lateinamerika und Osteuropa geknüpft. Um die Finanzierung der Auslandskontakte verläßlich zu sichern, hat er einen "Zentralfond" an der Universität Hannover initiiert.
Professor Jahnke wurde für den Aufbau der Kooperationsbeziehungen der Techni-schen Fachhochschule Berlin (TFH) im Fach Industrial Engineering mit der asiatischen Region ausgezeichnet. Er erweiterte die bestehenden Kontakte der TFH mit Korea um die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Dies war der Kern der weiteren Entwicklung, aus der in einer ersten Phase ein vierseitiges Netzwerk der TFH mit Partnerhochschulen in Korea (Masan) , China (Yanji) und Japan (Nagai) entstand. Neben dem Austausch von Studierenden und Lehrkräften standen Fachseminare, Workshops und Kongresse. Die Weiterbildung von Fach- und Führungskräften aus Unternehmen und schließlich der Transfer von Technologien zwischen den beteiligten Hochschulen und kooperierenden Unternehmen folgten.
Seit 1996 leitet Professor Jahnke ein neu geschaffenes Ostasien-Kooperationszentrum, das den europäischen "Counterpart" für die asiatischen Partner bildet.
Bei zwei Aufbaustudiengängen , die zu einem Master of Science-Grad in "International Technology Transfer Management" und "Industrial Engineering" führen, arbeitet die TFH mit der chinesischen Partnerhochschule zusammen. Mit zwei Partnerhochschulen in der Schweiz und Finnland sowie weiteren Partnern in China, Korea und im asiatischen Rußland soll das Netz zukünftig erweitert und um eine europäische Dimension bereichert werden.
Mit einem Sonderpreis wurde Professor Fischer für den Aufbau eines Studienprogramms "Humanitäre Hilfe" und eines damit verbundenen "Training Courses for Human Rights Officers" an der Ruhr-Universität Bochum geehrt. Beide Programme reagieren auf den Bedarf an professioneller Kompetenz bei der Bekämpfung von humanitären Not- und Krisensituationen und berücksichtigen die interdisziplinären Bezüge, wie sie in sol-chen Situationen nötig sind. Sie sind eingebunden in ein Netz ähnlicher Institutionen in anderen europäischen Ländern und in Kontakt mit den weltweiten Organisationen der humanitären Hilfe.

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