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Schneller als das Licht? - Offene Fragen zur Übertragung von Informationsmustern

19.07.1999 - (idw) Technische Universität Clausthal

Symmetrien und die Mikrophysik atomarer Teilchen und Wellen stehen im Mittelpunkt eines internationalen Symposiums, das vom Arnold-Sommerfeld-Institut der Technischen Universität Clausthal unter der Leitung von Professor Dr. Heinz Dietrich Doebner und seinen Mitarbeitern im Tagungszentrum "Der Achtermann" vom 18. - 22. Juli in Goslar veranstaltet wird. Mehr als einhundertfünfzig Teilnehmer aus dreißig Ländern haben sich angemeldet. Konkret werden verschiedene Symmetrien von Molekülen, Atom-, Elementarteilchen, Lichtwellen und Wege von der Grundlagenforschung zur Anwendung diskutiert. In einem Abendvortrag befaßt sich Professor Dr. G. Nimtz mit der gegenwärtig offenen Frage, ob Informationsmuster, beispielsweise Musikstücke, schneller als mit Lichtgeschwindigkeit übertragen werden können.
Am Rande des Symposiums wird Professor Dr. Heinz-Dietrich Doebner, Institut für Theoretische Physik der TU Clausthal, aus dem aktiven Hochschullehreramt verabschiedet.

Symmetrien - bereits in der Antike als Ordnungsprinzip bekannt - begegnen uns in der Natur in vielfältiger Weise, seien es Schmetterlingsflügel, Schneekristalle oder die (nahezu) gleichen Gesichtshälften eines Menschen. Und das, was dem griechischen Wortsinn folgend, "gleiches Maß" besitzt, wird von Physikern heute in mathematischer Form beschrieben und analysiert. Besitzen zwei physikalische Gegenheiten gleiche mathematische Symmetrien, so zeigt dies, daß sie ähnliche Strukturen aufweisen.

Schneller als das Licht?
Übertragung von Informationsmustern
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Professor Dr. G. Nimtz befaßt sich in seinem Abendvortrag mit der Übertragung von Informationsmustern, etwa einem Musikstück. Laut der Relativitätstheorie können Informationen nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit übertragen werden. Ob dies allerdings auch für ganze "Informationsmuster" wie Musikstücke gilt, ist eine offene Frage. Professor Dr. G. Nimtz erläutert, unter welchen Bedingungen Informationsmuster sich schneller als das Licht fortpflanzen können.

Verabschiedung von Professor Dr. Heinz-Dietrich Doebner
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Am Rande des Symposiums findet die Verabschiedung von Professor Dr. Heinz-Dietrich Doebner durch den Rektor der TU Clausthal Professor Dr.-Ing. Peter Dietz statt. Grußadressen von Vertretern des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und Vertretern in- und ausländischer Universitäten werden erwartet.
Professor Dr. Heinz-Dietrich Doebner vertritt seit 1970 das Fach "Theoretische Physik" an der TU Clausthal und hat u.a. das Arnold-Sommerfeld-Institut für Mathematische Physik gegründet. Unter seiner Leitung fand es mit Tagungen und Forschungen zur mathematischen Physik internationale Beachtung.

Hochschulreformer und Wissenschaftsmanager
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Professor Dr. Heinz-Dietrich Doebner, welcher u.a. auch als Hochschulreformer am Aufbau der Universität Osnabrück mit beteiligt war, erwarb Verdienste in der wissenschaftlichen Welt der theoretischen Physiker. Er holte anerkannte Wissenschaftler zu Forschungsaufenthalten als DFG-Gastprofessoren oder als Vortragende an die TU Clausthal. Professor Dr. Heinz-Dietrich Doebner hinterläßt eine deutliche Spur in der Geschichte dieser Universität, so trägt zum Beispiel die Neustrukturierung des Physikstudiums (Studiengang Physik/Physikalische Technologien) mit seine Handschrift.
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