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Fraunhofer-Projekte für DigiGlobe nominiert

20.07.1999 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Die Deutsche Telekom und das Nachrichtenmagazin FOCUS loben zum zweiten Mal den Multimedia-Preis DigiGlobe aus. Er geht an Entwickler von digitalen Produkten, die unterschied-liche Medien miteinander vernetzen. In drei der sieben Kategorien sind Projekte der Fraunhofer-Gesellschaft nominiert. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO - gleich zwei Mal -, das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST und eine Entwicklung aus dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen und Systeme IIS, die jetzt von der Berliner Firma DCS - Dialog Communication System AG vermarktet wird, können zu den Gewinnern des DigiGlobe 1999 gehören.

In der Kategorie Bildung und Wissenschaft konkurrieren die Projekte LeMO aus dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST und VIRLAN vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. LeMO - Lebendiges virtuelles Museum Online ist eine Geschichtsausstellung der besonderen Art: Das Berliner Deutsche Historische Museum und das Bonner Haus der Geschichte stellten ihr Material zur deutschen Entwicklung im 20. Jahrhundert ins Internet (http://www.isst.fhg.de/~lemo/). 3D-Welten, Film- und Tondokumente, Fotos, Chroniken, Dokumente und Graphiken veranschaulichen die deutsche Geschichte in diesem Jahrhundert. Die Forscher aus dem ISST waren für die technische Umsetzung verantwortlich. Sie integrierten alle im Internet möglichen Multimediatechniken in das Breitbandnetz-Projekt.

Hinter VIRLAN (Virtual Reality Language Learning Network) verbirgt sich ein internetbasiertes Sprachlernwerk speziell für Kinder. Die Grundschüler nutzen modernste Online-Kommunikationstechno-
logien, um eine Fremdsprache zu lernen. Das didaktische Konzept führt die Kinder spielerisch an die Inhalte heran, motiviert sie dazu, sich in der Fremdsprache zu unterhalten und fördert den Aufbau von internationalen Freundschaften. In Deutschland, Großbritannien, Finnland und Griechenland gibt es derzeit je fünf bis sieben Partnerschulen, die mit VIRLAN über die jeweiligen Landesgrenzen hinweg Freunde finden. Später sollen es mehr werden, denn hinter dem Projekt steht die Idee der virtuellen Community, einer Lerngemeinschaft im Netz, der sich jedes Kind über Internet anschließen kann, um gemeinsam mit anderen Schülern eine Fremdsprache zu lernen.

In der Kategorie Wirtschaft und Politik findet sich der VR-Shop des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Beim Einkauf in diesem virtuellen Kaufhaus im Internet (http://www.vr-shop.iao.fhg.de) wird der Kunde durch eine digitale Kunstfigur, den Avatar, dargestellt. Der Nutzer führt seinen Avatar in die Geschäfte, die ihn interessieren. Dort warten Verkäufer, die ihm auf Wunsch die verschiedenen Produkte vorstellen. Auch kurze Videofilme und Texte informieren über die Waren. Wünscht der Kunde eine ausführlichere Beratung, wird er an einen realen Verkaufsberater vermittelt. Der Kunde kann aber nicht nur mit den Verkäufern, sondern auch mit anderen Besuchern des Einkaufszentrums ins Gespräch kommen. Bezahlt wird derzeit noch konventionell per Rechnung.

Zugangssysteme sollten unbestechlich und fälschungssicher sein. Doch Schlüssel und Ausweise werden gefälscht, Geheimzahlen und Code-Wörter geknackt. Eine extrem sichere und bequeme Identifizierung versprechen biometrische Systeme, die unveränderbare Körpermerkmale wie Fingerabdruck, Auge, Gesicht, Hand oder Stimme zum Vergleich heranziehen. Ein besonders elegantes und fälschungssicheres System ist Bio-ID, das vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt und von der Firma DCS in Berlin vermarktet wird. Es wurde in der Kategorie Gesellschaft und modernes Leben nominiert. Der Nutzer muß weder etwas berühren, noch wird er bestrahlt. Es reicht aus, vor eine Kamera zu treten und den Namen zu sagen. Bio-ID verknüpft mehrere biometrische Merkmale miteinander, Gesichtszüge, Lippenbewegung und Stimme. Da statische und dynamische Merkmale verbunden werden, ist ein Überlisten des Systems nicht möglich, es unterscheidet selbst eineiige Zwillinge. Bisher wird Bio-ID hauptsächlich zur Zugangskontrolle eingesetzt. Da es auf Hardwarekomponenten - Kamera und Mikro - basiert, die demnächst in jedem Computer serienmäßig vorhanden sein werden, versprechen sich die Hersteller große Marktchancen.

Die Juroren, darunter Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Dr. Ron Sommer, Vorstandvorsitzender der Deutschen Telekom, müssen nun die Projekte anhand von Kriterien wie Anwenderfreundlichkeit und Kostenersparnis beurteilen. Die Sieger des DigiGlobe 1999 werden am 1. September auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin bekanntgegeben.

Ansprechpartner:
VR-Shop
Andrea Müller
Telefon 07 11/9 70-23 16, Telefax 07 11/9 70-23 00
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Nobelstraße 12, D-70569 Stuttgart
email: Andrea.Mueller@iao.fhg.de

LeMO
Lutz Nentwig
Telefon 0 30/2 43 06-3 74, Telefax 0 30/2 43 06-1 99
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Mollstraße 1, D-10178 Berlin
email: lutz.nentwig@isst.fhg.de

Bio-ID
Bernhard Fröba
Telefon 0 91 31/7 76-5 35, Telefax 0 91 31/7 76-5 88
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
Am Weichselgarten 3, D-91058 Erlangen
email: bdf@iis.fhg.de

VIRLAN
Fabian Kempf
Telefon 07 11/9 70-23 22, Telefax 07 11/9 70-23 00
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Nobelstraße 12, D-70569 Stuttgart
email: Fabian.Kempf@iao.fhg.de
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