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Eindrücke eines Japaners nach einem kurzen Forschungsaufenthalt im Physikalischen Institut

20.07.1999 - (idw) Technische Universität Clausthal

"Ich möchte nicht vorschnell urteilen"
Taku Suzuki von der Universität Tsukuba in Japan war für acht Wochen zu einem Forschungsaufenthalt im Physikalischen Institut der TU Clausthal zu Gast. Dort führte er Untersuchungen zur Oberflächenphysik an Festkörpern durch. Taku Suzuki erzählt von seiner Zeit in Clausthal-Zellerfeld.


Im Physikalischen Institut der TU Clausthal führte Taku Suzuki MIES-Messungen durch (v.links n. rechts: Dr. Wolfgang Maus-Friedrichs, Diplomand Lars Beuermann, Taku Suzuki, Professor Dr. Volker Kempter). Die Oberflächenphysik der Festkörper führte den japanischen Doktoranden Taku Suzuki von der Universität Tsukuba ins Physikalische Institut der TU Clausthal zu Professor Dr. Volker Kempter und Dr. Wolfgang Maus-Friedrichs. In seinem zweimonatigen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten, Aufenthalt untersuchte Taku Suzuki, wie sich leitende oxidische "Filme" auf einem nichtleitenden Metalloxid (Magnesiumoxid) bilden. Zuvor hatte er in Japan erforscht, welche Filme auf Magnesiumoxid, bildlich gesprochen, besonders gut "haften". In Clausthal konnte er sich nun mit der "Atomlupe" MIES (Metastable Impact Electron Spectroscopy) die elektronische Struktur dieser, nur wenige Atomlagen dicken Titanoxidfilme anschauen und Informationen über die Dicke der Filme, ihre Zusammensetzung und ihre chemische Stabilität gewinnen.

Erste Eindrücke zur deutschen Lebensweise
"Ich möchte nicht vorschnell urteilen"
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Neben der intensiven Forschung blieb auch etwas Zeit, die deutsche Lebensweise zu beobachten. Taku Suzuki: "Nach nur acht Wochen in Deutschland möchte ich mich eigentlich lieber eines Urteils enthalten, und was ich Ihnen sagen kann, sind nur allererste Eindrücke", erklärt Taku Suzuki seine Zurückhaltung im Gespräch. In dieser Weise einschränkend, erzählt er: "Bei manchen Deutschen schien der erste Eindruck entscheidend für den weiteren Kontakt zu sein", vermutete Taku Suzuki. "Wird man einmal abgelehnt, steckt man in einer Schublade und es ist gar nicht so leicht, da wieder raus zu kommen und erste Mißverständnisse zu korrigieren", meint Taku Suzuki. "Ich sah Menschen, die zeigten direkt und offen, was sie denken und fühlen." Taku Suzuki: "So kommt man bisweilen schnell auf den Punkt und das ist gut so." Und er vergleicht diese Art mit japanischer Lebensweise: "Bei uns in Japan ist freundliche Distanz im Umgang die Maxime. Wenn ich Sie nicht mögen würde, Sie würden es nicht merken", sagt Taku Suzuki. "Das ist aber nicht Unehrlichkeit; wir mauern uns nur nicht auf ein bestimmtes Bild vom Gegenüber fest." So können sich Gesprächspartner - später - immer noch positiv überraschen. Und damit kein falscher Eindruck aufkommt, erzählt Taku Suzuki: "Nach meiner Promotion komme ich vielleicht wieder und werde meine Forschungen hier fortsetzen."

Für ihn war es schwer, Englisch zu lernen, sind Japanisch und Englisch doch sowohl in der grammatischen Struktur als auch der Aussprache sehr verschieden. Um so mehr verwunderte es ihn, wie viele Menschen in Deutschland nur wenig Englisch sprechen, " obwohl die Sprachen sich doch so ähneln".
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