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Judentum - Christentum. Konstituierung und Differenzierung in Antike und Gegenwart

21.07.1999 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

DFG bewilligte 8. Sonderforschungsbereich an Universität Bonn

Die Beziehung von Judentum und Christentum ist Untersuchungsgegenstand des vor kurzem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligten Sonderforschungsbereichs "Judentum und Christentum - Konstituierung und Differenzierung in Antike und Gegenwart" an der Universität Bonn, der am 1. Juli 1999 seine Arbeit aufgenommen hat. Mehrere Fakultäten sind an dem auf zunächst drei Jahre angelegten Forschungsprojekt beteiligt: die Evangelisch- Theologische Fakultät, die Katholisch-Theologische Fakultät, die Medizinische und die Philosophische Fakultät. Drei Wissenschaftler in Israel sind als gleichberechtigte Partner in einzelne Teilprojekte einbezogen. Sprecher des neuen SFB's ist Prof. Dr. Josef Wohlmuth, Direktor des Dogmatischen Seminars.

Ziel des SFB's ist es, das Verhältnis von Judentum und Christentum in einem weitgespannten Vergleich näher zu bestimmen. Zwei weit auseinander liegende Zeiträume stehen zur Debatte und sind doch eng aufeinander bezogen: Die Zeit der Antike (ca. 400 v. Chr. - ca. 400 n. Chr.) wird im Projektbereich A im Mittelpunkt stehen, Schwerpunkt des Projektbereichs B ist das 20. Jh. und damit das Verhältnis der beiden Weltreligionen im Kontext der Shoa.

Projektbereich A ("Zu den Ursprüngen von Judentum und Christentum") befaßt sich schwerpunktmäßig mit den Identitätsbildungen und Differenzierungsprozessen im Judentum und im Christentum in der Frühzeit. Dies geschieht unter dem Aspekt der Korrelation von Ethos und Identität. Die Modifikationen, die sich für das Verhältnis von Juden und Christen nach der Konstantinischen Wende, in deren Folge das Christentum zur Staatsreligion wurde, bis hinein ins Mittelalter ergeben, schließt sich als weiterer Schwerpunkt an.

Projektbereich B ("Judentum und Christentum im Kontext der Shoa") konzentriert sich auf die Erforschung der Identitätsbildungen, die sich seit der Aufklärung in Judentum und Christentum im Kontext sich
säkularisierender Gesellschaften durch Differenzierung und Assimilation vollzogen haben, durch die Shoa in die schwerste Krise geraten sind, und nach der Shoa ein neues Beziehungsverhältnis von Judentum und Christentum verlangen.

Der Sonderforschungsbereich, der maximal 15 Jahre gefördert werden kann, basiert auf einer vierjährigen, intensiven Vorbereitungszeit. Viele heikle Fragen und provozierende Thesen haben schließlich zu einem Gesamtkonzept geführt, dessen oberstes Prinzip Gemeinsamkeit und Kooperation der beteiligten Disziplinen heißt. Lehr- und Gastveranstaltungen, Symposien und die Tagungen des SFB werden das wissenschaftliche Umfeld der Fakultäten in Zukunft nachhaltig bereichern. Für die Nachwuchsförderung ist ebenfalls gesorgt: Bis zu 33 Wissenschaftliche Mitarbeiter, Postgraduierte und Promovierte werden sich an den Forschungsvorhaben beteiligen. Eine Zusammenarbeit mit der Judaistik an der Universität Köln, evtl. auch mit der Universität Duisburg und der RWTH Aachen, wird angestrebt. Und ein Domizil an der Poppelsdorfer Allee, das die beteiligten Wissenschaftler - mit Ausnahme der israelischen Professoren - unter einem Dach zusammenführt, scheint gefunden zu sein. Für den wissenschaftlichen Koordinator, Dipl. theol. Holger Foltz, der seit 1998 die Vorbereitungen für den SFB begleitet, allerdings kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen.

Rückfragen bitte an Prof. Dr. Josef Wohlmuth, Tel. 0228/73 5030
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