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Vielfältiges Festprogramm zur Erinnerung an das Kgl.-Bayer. Schullehrer Seminar Altdorf

21.07.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Das "Koeniglich-Bayerische Schullehrerseminar Altdorf" existierte genau hundert Jahre. In diesem Jahr fallen die 175-Jahrfeier seiner Eröffnung und das 75jährige Gedenken seines Endes als runde Termine zusammen. Am kommenden Wochenende, 24. und 25. Juli 1999, wollen in einem gemeinsamen Fest die Stadt Altdorf, die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg (EWF), der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) und die Evangelische Kirchengemeinde St. Laurentius daran erinnern. Im Rahmen des Festaktes unterzeichnet die Erziehungswissenschaftliche Fakultät einen Partnerschaftsvertrag mit dem Beit-Berl-College (Tel Aviv), verleiht den "Karl-Giehrl-Preis 1999" und verabschiedet 137 Studierende, die jetzt die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen abgelegt haben. Die Veranstaltung wird durch das Bläserensemble der EWF unter Leitung von Claus Bernecker musikalisch umrahmt.

Den Auftakt macht am Samstag, 24. Juli 1999, ab 20.30 Uhr eine Serenade bei Fackelschein im Universitätshof (Wicherhaus, Silbergasse 2, Altdorf). Nach einem Festgottesdienst am Sonntag, 25. Juli 1999, um 9.30 Uhr in der Laurentiuskirche, Oberer Markt, beginnt um 11 Uhr im Wicherhaus der Festakt mit einem Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Heller über "Hundert Jahre zwischen Universität und Wicherhaus: Das Kgl. Bayer. Schullehrer-Seminar Altdorf".

Partnerschaftsvertrag mit dem Beit-Berl-College (Tel Aviv)
Anschließend wird der Partnerschaftsvertrag mit dem Beit-Berl-College in Tel Aviv, unterzeichnet. Beit Berl, entstanden aus der jüdischen Arbeiterbewegung, ist heute das größte College in Israel, das vornehmlich Lehrer und Erzieher heranbildet. Es zählt rund 6000 Studenten und über 700 Hochschullehrer. Angegliedert ist auch eine arabische Lehrerhochschule. Beit Berl und die EWF planen künftig einen wechselseitigen Austausch von Studierenden und Dozenten.

Verleihung des "Karl-Giehrl-Preises 1999"
In der Reihenfolge der elf Erlangen-Nürnberger Fakultäten fällt es 1999 auf die EWF, für eine überdurchschnittliche Promotion an der Friedrich-Alexander-Universität den "Karl-Giehrl-Preis" zu vergeben. Ausgezeichnet wird Dr. Jutta Wolfrum für ihre Dissertation "Lebensperspektiven junger griechischer MigrantInnen und RemigrantInnen - kreativ geschrieben", die sie bei Prof. Dr. Gabriele Pommerin-Götze angefertig hat. Gestiftet wurde der Karl-Giehrl-Preis 1978 durch Erika Giehrl in Amberg. Der Preis ist mit 2000 Mark dotiert .

Examensfeier SS 1999
Im ersten Halbjahr 1999 haben 137 Studierende der EWF die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Bayern abgelegt. Beim Festakt werden sie von Dekan Prof. Dr. Helmut Schrettenbrunner verabschiedet. Es ist das erste Mal, daß dies in Altdorf geschieht.

Das Koeniglich-Bayerische Schullehrerseminar Altdorf
Vor dem 19. Jahrhundert war Lehrer ein Nebenberuf unter Aufsicht der Ortsgeistlichen; bewerben mochte sich, wer nur selbst lesen, schreiben und rechnen konnte. Erst 1809 entschloss sich das neue Königreich Bayern zu einer staatlich organisierten Lehrerbildung. Für den hiesigen Raum oblag es dem Kgl. Lokalschulrat und berühmten Philosophen Hegel, zunächst in Nürnberg ein solches Seminar einzurichten. Schon 1824 wurde es aber aus der Großstadt nach Altdorf verlegt. Man fand so für das leerstehende Kollegienhaus (die Universität war 1809 geschlossen worden) eine gute neue Nutzung. Und die Pfarrer, die man als Rektoren berief, konnten ihre Zöglinge hier leichter überwachen, - ein Leben fast wie in einer Kaserne.

Lange war allein Altdorf für den protestantischen Lehrernachwuchs in Bayern zuständig. Noch 1912/13 hatte man das alte Haus um einen großen Neubauflügel für das Internat erweitert. Doch 1924 war plötzlich Schluss: Das hiesige Seminar wurde aufgelöst. Nachfolger wurde die 1843 von Altdorf aus gegründete Lehrerbildungsanstalt Schwabach.

So existierte das "Koeniglich-Bayerische Schullehrerseminar Altdorf" genau hundert Jahre! Die 175-Jahrfeier seiner Eröffnung und das 75jährige Gedenken seines Endes fallen als runde Termine zusammen.

Von den 4122 Volksschullehrern, die das Altdorfer Seminar insgesamt hervorgebracht hat, lebt mittlerweile keiner mehr. Heute brauchen auch Grund- und Hauptschullehrer ein akademisches Studium, für das es seit 1972 an der Universität Erlangen-Nürnberg eine eigene Erziehungswissenschaftliche Fakultät gibt. Im Wissen um ihre Vorläufertradition kommt diese Nürnberger Fakultät immer wieder gern zu Besuch nach Altdorf!

Sonderausstellung im Universitätsmuseum

Im Universitätsmuseum in der Neubaugasse 5 in Altdorf ist eine Sonderausstellung dem "Kgl. Schullehrer-Seminar Altdorf" gewidmet, die von Stadtarchivar Hans Recknagel gestaltet wurde.


* Kontakt:
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Regensburger Straße 160, 90478 Nürnberg
Tel.: 0911/5302 -516
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