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Neues Klimatechniklabor mit FCKW-freiem DEC-Klimagerät

22.07.1999 - (idw) Fachhochschule Erfurt

Ein neues Labor für Klimatechnik wurde am 22.7. an der FH Erfurt seiner Bestimmung übergeben. Die unter Mitwirkung von Studierenden konzipierte und realisierte Anlage ist FCKW-frei und kann mittels einer Raumsimulation gesteuert werden. In der Lehre soll das neue Labor ab Oktober 1999 eingesetzt werden.

Der Fachbereich Versorgungstechnik an der Fachhochschule Erfurt hat am Nachmittag des 22. Juli ein neues Labor für Klimatechnik in Betrieb genommen. Untergebracht ist es im Keller des Hauses 1 am Standort Altonaer Straße 25a (ehemals Jenapharm). Weil die darin aufgestellte Klimatechnik (DEC-Klimagerät plus Simulation der Außenluftzustände und der Raumlast. DEC= dessivative and evoporative colling bedeutet Trocknungs- und Verdunstungskühlung, das gesamte Prinzip ist FCKW-frei) sehr energieintensiv ist, soll das Labor nur in der Schwachlastzeit nach 16 Uhr betrieben werden. Mit einem Temperierungsgerät wird die zur Trocknung der Speicher notwendige Wärme erzeugt. Die Trocknung und Kühlung der Außenluft erfolgt ohne Einsatz eines Kälteaggregates in sog. Wechselspeichern.
An der Konzeption und Realisierung des neuen Labors haben unter Leitung von Dipl.-Ing. Wolfgang Fienhold, Lehrer für besondere Aufgaben mit dem Lehrgebiet "Klimatechnik", maßgeblich die Studenten Patrick Bischoff und Dirk Zimmermann im Rahmen ihrer Diplomarbeit mitgearbeitet. Die Diplomanden haben noch bis zum 25. August Zeit, um die Arbeit mit dem Thema "Erstellung eines Versuchsstandes an einer DEC-Klimaanlage" fertigzustellen.
Herzstück der Anlage sind ein Lufttrocknungsspeicher und ein zugehöriger Kühlturm. Die gesamte DEC-Klimaanlage stellte eine niedersächsische Firma (KRONAUER, Hannover) kostenlos zur Verfügung. Von der sieben Meter langen Anlage mit einem ca. 30 Meter langen Kanalsystem (letzteres hatten die Studentinnen Carmen Kluge und Anja Zylinski im Rahmen des "Großen Belegs" konzipiert) können pro Stunde 12.000 Kubikmeter Luft bewegt werden, wovon 3.000 m3/h der Klimatisierung eines Simulationsraumes dienen. Da die Anlage nicht real angeschlossen ist, werden die Raumlasten durch ein von den Diplomanden entwickelte Steuerelektronik simuliert. So kann die angesaugte Außenluft in ihrer Temperatur und Luftfeuchte beeinflusst werden, um etwa einen vollen Hörsaal oder einen sonnenbeschienen großen Raum zu simulieren. Die für die Messungen notwendigen Fühler und Sensoren baute Patrick Bischoff kurz vor der Laboreröffnung ein, während sein Kommilitone Dirk Zimmermann das entwickelte Simulationsprogramm testete.
Zum Einsatz soll das neue Labor bereits im kommenden Wintersemester für die Laborversuche der Kommilitonen des siebten Semesters kommen. Eingesetzt werden soll es auch für die Gebäude- und Energiemanagement-Ausbildung. Dann finden die praktischen Lehrveranstaltungen in den Abendstunden statt, um das alte "Jenapharm-Stromnetz" nicht zu überlasten. Denn das soll, so die Bauverantwortlichen der FHE, bis zum Abriss des Gebäudes und dem Bau einer neuen Maschinenhalle im Rahmen des Ausbaus der Fachhochschule Erfurt in den nächsten Jahren, noch halten. Eine vorzeitige Sanierung sei nicht nur überflüssig, sondern aus Kostengründen auch nicht vertretbar.

Da FCKW-freie Klimaanlagen solcher Größenordnungen aus Kostengründen in der Praxis bisher kaum üblich sind, bietet der Fachbereich Versorgungstechnik Interessierten mit Beginn der Lehrveranstaltungen des Wintersemesters 1999/2000 Anfang Oktober eine Besichtigung der Klimaanlage während laufender Laborversuche an. Terminvereinbarungen unter Tel. 0361/ 6700-420.
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