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95jähriger Patient überstand schwere Operation am Herzen ohne Komplikationen

23.07.1999 - (idw) Universität Essen (bis 31.12.2002)

Vier Stunden dauerte in der Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie des Essener Universitätsklinikums eine Operation am Herzen, der sich ein 95jähriger Patient unterzog. Er erhielt eine sogenannte Bio-Prothese in Aortenposition, also eine Herzklappe, und fünf Bypasses auf seine verengten Herzkranzgefäße. Er überstand den schweren Eingriff am 29. Juni ohne Komplikationen. Inzwischen ist er wieder zu Hause und befaßt sich mit Urlaubsplänen.

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22.Juli 1999


Der Mann, schätzt Klinikdirektor Professor Heinz G. Jakob, der mit seinem Team die Operation vorgenommen hatte, "ist sicher einer der ältesten Patienten, die in Deutschland einem derartig großen Eingriff unterzogen worden sind". Es habe, sagt Jakob, "natürlich eine absolute biologische Ausnahmesituation" bestanden, die bei deutlich jüngeren Gewebeverhältnissen und entsprechender Rüstigkeit die Operation habe zumutbar erscheinen lassen.

Der Patient selbst hatte, nachdem ihn seine Ärzte über die prinzipielle Machbarkeit und das kalkulierbar niedrige Risiko - 10 bis 20 v. H. - des Eingriffs informiert hatten, äußerst entschlossen und spontan zugestimmt: Es sei ihm lieber, "als Kampfstier in der Arena zu versterben, als wie ein maroder Stallochse dahinzuvegetieren", sagte er.

Bis vor etwa einem halben Jahr hatte er noch Touren mit seinem Wohnmobil unternommen und dabei selbst am Steuer gesessen hatte. Seit einiger Zeit litt er aber bereits bei der geringsten körperlichen Belastung unter schwersten Brustschmerzen. Sein Hausarzt überwies ihn zur kardiologischen Diagnostik zu Professor Raimund Erbel in die Abteilung für Kardiologie des Uniklinikums Essen. Dort wurden bei ansonsten guter Gesamtfunktion ein schwerer Herzfehler und eine hochgradige Durchblutungsstörung des Herzmuskels festgestellt: eine schwere koronare Dreigefäßerkrankung, die durch eine schwere Aorten-klappenstenose kompliziert wurde. Dieses Krankheitsbild ließ sich nur durch eine Herzoperation beheben.

Sie verlief ohne Komplikationen, und bereits am nächsten Morgen konnte der Patient wieder selbständig atmen, war im Gespräch bewußtseinsklar und zeigte sich hocherfreut, daß die Operation gelungen war. Er erholte sich in der Folgezeit schnell und konnte nach zwei Wochen zur weiteren Rehabilitation aus der Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie zurückverlegt werden in die Abteilung von Professor Erbel. Zuvor versprach er seinem Chirurgen, ihm aus dem Urlaub eine Ansichtskarte zu schicken.


Redaktion: Monika Rögge, Telefon (02 01) 1 83-20 85
Weitere Informationen: Professor Dr. Heinz G. Jakob, Telefon (02 01) 7 23-31 51
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