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Der Satzbau der indogermanischen Grundsprache

28.07.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die meisten europäischen und ein Teil der asiatischen Sprachen gehen auf eine gemeinsame Vorstufe, die indogermanische Grundsprache oder das Ur-Indogermanische, zurück. Den Satzbau dieser Sprache erforscht eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern. Bei einer Tagung an der Universität Würzburg sollen die bisher erreichten Ergebnisse nun zur Diskussion gestellt werden.

Das Ur-Indogermanische ist nicht durch Quellen überliefert und längst durch seine "Tochtersprachen" abgelöst worden, zu denen auch das Deutsche gehört. Da aber sprachliche Entwicklungen in bestimmten Bereichen nach immer gleichen Regeln ablaufen, können die Wissenschaftler durch die umgekehrte Anwendung dieser Regeln die indogermanische Grundsprache in einem gewissen Ausmaß rekonstruieren.

Seit einigen Jahren ist eine Gruppe von Forschern der Universidad Autónoma de Madrid sowie der Universitäten Salzburg, Köln, München und Würzburg unter der Leitung von Prof. Dr. José Luis García Ramón (Madrid/Köln), Prof. Dr. Oswald Panagl (Salzburg) und Prof. Dr. Heinrich Hettrich (Würzburg) damit beschäftigt, die Regeln des Satzbaus dieser Grundsprache zu erforschen.

Die Arbeiten sind laut Prof. Hettrich mittlerweile so weit vorangeschritten, dass es sinnvoll erscheine, die bisherigen Ergebnisse vor der internationalen Fachwelt zur Diskussion zu stellen. Gleichzeitig sollen andere Experten Vorträge halten, deren Resultate in die Weiterarbeit der Gruppe einbezogen werden können. Zu diesem Zweck wird der Würzburger Lehrstuhl für Vergleichende Sprachwissenschaft vom 29. September bis 3. Oktober 1999 das Kolloquium "Indogermanische Syntax" organisieren. Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Universitätsbund Würzburg gefördert und bietet über 50 Vorträge von Teilnehmern aus 16 Ländern. Insgesamt werden an die 100 Gäste erwartet.

Die Vorträge werden zu einer vertieften Kenntnis des Indogermanischen führen, zu dem einerseits die klassischen Kultursprachen Sanskrit, Griechisch und Latein zählen, das andererseits aber auch in rund 70 heute gesprochenen Sprachen fortlebt. Darunter sind alle wichtigen Handelssprachen wie Englisch, Russisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Portugiesisch. Nach einer neueren Schätzung ist die indogermanische die meistverbreitete Sprachgruppe der Welt: Zu Beginn der 80er Jahre sprachen zwei Milliarden Menschen, also fast die Hälfte der damaligen Weltbevölkerung, eine indogermanische Sprache, und dieser Anteil hat sich bis heute nicht wesentlich geändert.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Heinrich Hettrich, T (0931) 31-2824, Fax (0931) 572261, E-Mail:
heinrich.hettrich@mail.uni-wuerzburg.de
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