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Mit der Sonnenfinsternis auf den Spuren der Energiebilanzen

09.08.1999 - (idw) Universität Bayreuth

Die ungelüfteten Geheimnisse der Energiebilanz am Erdboden sind der Grund, warum sich Bayreuther Mikrometorologen um Prof. Thoman Fokan bei der totalen Sonnenfinsternis am Mittwoch an der koordinierten Meßkampagne BAYSOFI beteiligen


Mikrometeorologen an
Sonnenfinsternisexperiment BaySoFi beteiligt

Wenn am Mittwoch wegen der anstehenden
totalen Sonnenfinsternis millionenfach die
Schutzbrillen gezückt werden, um dem
Narturereignis zu folgen, dann verrichten in
einem 2 Meter hohen Maisfeld in der Vöttinger
Feldmark bei Freising/Weihenstephan
Bayreuther Mikrometeorologen mit
verschiedenen Meßgeräten ihre
wissenschaftlichen Arbeit. Die Forscher um
Professor Dr. Thomas Foken sind Teilnehmer an
der koordinierten Meßkampagne BAYSOFI, bei
der Experimente zur Strahlung, zur
Photochemie, zur Mikrometeorologie und zur
Physiologie durchgeführt werden sollen, welche
die Effekte einer bei hohem Sonnenstand sich
rasch verfinsternden Sonne untersuchen werden.
Der Hintergrund für den Bayreuther Teil der
Messungen ist die Feststellung bei Studien zur
Schließung der Energiebilanz am Erdboden, dass
eine Ursache instationäre Prozesse und
Phasenverschiebungen zwischen den einzelnen
Größen der Strahlungs- und
Energiebilanzgleichung sind. Die Untersuchung
dieser Phasenverschiebungen, die u. a. auch von
den Pflanzen gesteuert werden, ist nur
außerordentlich schwer möglich, da die treibende
Kraft (Sonnenstrahlung) sich in zeitlichen
Maßstäben im Laufe eines Tages ändert, die
wesentlich länger als die Zeitkonstanten der zu
untersuchenden Größen ist. Bewölkungseffekte
sind leider nicht exakt verifizierbar. Eine
Sonnenfinsternis, zumal zu einer Tageszeit mit
gut ausgebildetem Pflanzenwachstum, ist somit
ein idealer 'Laborversuch'. Die Arbeiten werden
in enger Verbindung mit dem Potsdam-Institut
für Klimafolgeforschungen durchgeführt, um
gleichzeitig pflanzenpysiologische Größen
(Gasaustausch) messen zu können. Dies hatte zur
Folge, daß eine Pflanze ausgesucht wurde (Mais),
die noch relativ spät im Jahr eine merkliche
Photosynthese aufweisen kann. Das Programm
ist eingebunden in ein Strahlungs- und
Photochemieexperiment der Universität
München, Lehrstuhl für Bioklimatologie und
Immissionsforschung in Weihenstephan.

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