Einblicke in die atmosphärischen Schadstofftransport-Vorgänge09.08.1999 - (idw) Universität Bayreuth
Die Universität Bayreuth soll den ersten mobilen Umweltmesswagen mit Laser-Radar ("LIDAR") in Bayern erhalten. Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt unterzeichnet. Ziel ist es, die Emissionen verschiedener Schadstoffe zu messen und ihre grenzüberschreitende Ausbreitung zu verfolgen.
Drei Unterschriften für ein tschechisch-deutsches Millionenspiel (von links): Dr. Pavel Engst, Professor Brüggemann und Bayreuths Uni-Präsident Prof. Ruppert
Kooperationsvertrag unterzeichnet: Mit dem LIDAR Umweltmesswagen Einblicke in die atmosphärischen Schadstofftransport-Vorgänge Prag und Bayreuth wollen Schadstoffausbreitung in der Luft gemeinsam kontrollieren Bayreuth (UBT). Die Universität Bayreuth soll den ersten mobilen Umweltmesswagen mit Laser-Radar ("LIDAR") in Bayern erhalten. Hierzu unterzeichneten jetzt Dr. Pavel Engst als Leiter von Lidar s.r.o., einer Firma im Umfeld der Prager Universität, Professor Dr.-Ing. Dieter Brüggemann als Inhaber des Lehrstuhls für Technische Thermodynamik und Transportprozesse (LTTT) und Universitätspräsident Professor Dr. Dr. h.c. Helmut Ruppert einen Kooperationsvertrag. Ziel ist es, die Emissionen verschiedener Schadstoffe zu messen und ihre grenzüberschreitende Ausbreitung zu verfolgen. Dies gelingt mit dem Messverfahren LIDAR, bei dem sehr kurze Laserpulse gezielt in die Luft gesandt werden. Diese werden von den Luftmolekülen teilweise reflektiert, bei bestimmten Wellenlängen jedoch auch absorbiert. Auf diese Weise lassen sich insbesondere Schadstoffe wie Stickoxid, Schwefeloxid oder Ozon sowie kleinste Staubteilchen in einem Abstand oder einer Höhe von bis zu 3 Kilometern messen. Den genauen Ort einer Schadstoffwolke erhält man - wie beim bekannten Radar - aus der Zeitspanne, die vergeht, bis das zurückgestrahlte Laserlicht wieder am Messwagen ankommt. Zusätzlich wird mit einem sogenannten SODAR-Gerät auch noch die Luftströmung gemessen. Sämtliche Daten werden von einem Computer ausgewertet und liefern einen umfassenden Einblick in die atmosphärischen Transportvorgänge. Diese werden am Lehrstuhl dazu genutzt, Umweltdatenbanken zu erweitern und Ausbreitungsmodelle zu verbessern. Der mobile Messwagen findet vielfältige Anwendungsbereiche. Sie reichen von punktuellen Emissionsquellen (z.B. in Fabriken) über linienhafte Quellen (z.B. Autobahnen) bis hin zu flächenhaften Belastungen (z.B. in Tälern). Besonders wichtig ist, dass die Schadstoffe nicht nur gemessen, sondern ihre Ursachen erklärt und möglichst beseitigt werden. Hierzu sollen vom Lehrstuhl konkrete Konzepte entwickelt und angeboten werden, die auf die jeweilige Situation zugeschnitten sind. Die LIDAR/SODAR-Messgeräte sollen in nationalen und internationalen Forschungsprojekten genutzt werden und die bestehenden Bayreuther Aktivitäten im Bereich der Umweltforschung bereichern. Durch die Kooperation wird besonders auch der Austausch von Studenten und Doktoranden mit der Tschechischen Republik gefördert werden. Geplant sind auch Projekte im neuen Studiengang "Umwelt- und Bioingenieurwissenschaft", bei denen der Umweltmesswagen genutzt wird. Die Finanzierung des 1,6 Mio. DM teuren Messsystems erfolgt anteilig durch das Bundesumweltministerium für den tschechischen Partner und durch den Freistaat Bayern für den Lehrstuhl von Professor Brüggemann.
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