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Herbstakademie hilft Folgen des Kosovokrieges zu überwinden

10.08.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Der Lehrstuhl für Strömungsmechanik (Prof. Dr. Franz Durst) und der Lehrstuhl für Angewandte Mathematik (Prof. Dr. Peter Knabner) der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligen sich mit einer ersten Herbstakademie am Stabilisierungspakt für Südosteuropa, der mit konkreten Hilfsmaßnahmen im Bildungsbereich zur Überwindung der Folgen des Kosovokrieges beitragen will. Vom 2. bis 15. Oktober 1999 werden sich in der mazedonischen Stadt Ohrid 34 Studenten und acht Professoren aus Albanien, Bulgarien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien und Serbien treffen, um sich als Maschinenbauer, Chemieingenieur, Physiker, Chemiker, Mathematiker oder Informatiker den Themen "Thermo-Fluiddynamik" und "Numerische Methoden im Ingenieurwesen" wissenschaftlich zu nähern. Finanzielle Unterstützung erfährt die Herbstakademie durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst, das Bayerische Wissenschaftsministerium und Deutsche Unternehmen.

Im einzelnen beteiligen sich an der Herbstakademie außer der Universität Erlangen-Nürnberg die Universitäten von Bitola und Skopje in Mazedonien, Sofia in Burgarien, Cluj-Napoca in Rumänien, Tirana in Albanien, Belgrad, Novi Sad und Nis in Serbien und Podgorica in Montenegro.

"Uns geht es darum," so Prof. Dr. Franz Durst, der mit seinem mazedonischen Kollegen Prof. Dr. Gligor Kanevce von der Universität in Bitola den Ferienkurs initiiert hat, "gemeinsam mit den vom Krieg betroffenen Regionen und angrenzenden Nachbarländern einen wissenschaftlichen Austausch zu ermöglichen. Die teilnehmenden Studenten, je Kursthema etwa 17, tragen mit einem eigenen wissenschaftlichen Beitrag zum Inhalt des Kurses bei. Wir hoffen, daß die wissenschaftliche Auseinandersetzung, aber auch die gemeinsamen Ausflüge und Exkursionen zum Bemühen um Frieden, Demokratie, Achtung der Menschenrechte und wirtschaftlichen Wohlstand beitragen können."

Nur zwei Monate bleiben Dr. Dubravka Melling, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strömungsmechanik von Professor Durst, um die Herbstakademie vorzubereiten: "Die Vorbereitungszeit ist exkrem kurz. Erfahrungsgemäß benötigen wir für unsere Sommerakademien in Izmir oder Seoul ein Jahr Vorlauf. Doch die Finanzmittel in Höhe von rund 50. 000 Mark wurden uns kurzfristig zur Verfügung gestellt. Und alle Professoren, die wir angesprochen haben, waren von der Idee begeistert und haben spontan ihre Mitarbeit zugesichert. Wir arbeiten mit Hochdruck, damit die Herbstakademie am 2. Oktober 1999 in Ohrid starten kann."

Intensiv bemüht hatte sich Dubravka Melling auch um einen Kontakt zur Universität in Pristina: "Doch der dortige Professor teilte uns mit, daß er zur Zeit keine Studenten habe. Sie sind alle während des Krieges geflohen."


* Kontakt:
Lehrstuhl für Strömungsmechanik, Dr. Dubravka Melling
Cauerstr. 4, 91058 Erlangen
Tel.: 09131/85 -29496, Fax: 09131 85 -29503
E-Mail: dmelling@lstm.uni-erlangen.de
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