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Bodenschätze, Klima und geologische Strukturen in der Sahara

18.08.1999 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Große Teile der Erdoberfläche bestehen aus Wüsten und Halbwüsten. Der Mangel an Vegetation schafft Forschern optimale Arbeitsbedingungen für die geologische Untersuchung dieser Gebiete. Die Aufklärung des Aufbaus der Erdkruste und die Erschließung und Nutzung der in ihr verborgenen Bodenschätze waren die Kernziele des Sonderforschungsbereichs "Geowissenschaftliche Probleme in ariden und semiariden Gebieten". Ein Abschlußbuch faßt nun die Ergebnisse des Forschungsverbundes zusammen, der an der Technischen und an der Freien Universität sowie an der Technischen Fachhochschule Berlin angesiedelt war und den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) von 1981 bis 1995 mit rund 61 Millionen DM unterstützt hat. Die Arbeiten des Sonderforschungsbereichs waren bereits Gegenstand der DFG-Ausstellung "Das Wasser der Wüste", die sechs Mal in Deutschland und in 18 Ländern in Afrika und im Nahen Osten zu sehen war.

Über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wirkten ständig oder zeitweise bei der breit angelegten geowissenschaftlichen Erforschung Nordost-Afrikas mit. Die Berliner Wissenschaftler arbeiteten intensiv mit ihren afrikanischen Kollegen zusammen. Innerhalb des Sonderforschungsbereichs wurden 30 Dissertationen von Nachwuchsforschern aus Afrika angefertigt. Bis zu 70 Forscher gingen jeweils auf Expedition. Für die Arbeiten vor Ort wurden 16 Geländewagen, drei spezielle Meßfahrzeuge und zwei Tankwagen für den Transport von bis zu 4.000 Litern Wasser und 8.000 Litern Treibstoff bereitgestellt.

Der Nordosten Afrikas war bis in die achtziger Jahre für Geologen relativ unbekannt. Die Datenfülle, die der Sonderforschungsbereich hervorbrachte, diente als Grundlage für einen geologischen Atlas der nordostafrikanischen Erdgeschichte über einen Zeitraum von rund 600 Millionen Jahren. Er erlaubt Rückschlüsse auf lagerstättenbildende Prozesse und wird darum wesentliche Entscheidungshilfen für die Erschließung neuer Rohstoffe bieten. Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung eines regionalen Grundwasserströmungsmodells, auf dem heute die aktuellen Entwicklungsplanungen in den betroffenen Ländern beruhen. Um in dem riesigen Gebiet Nordost-Afrikas Eingriffe in den Naturhaushalt zu kalkulieren, also "Umweltmanagement" zu betreiben, bedient man sich der satellitengestützten Fernerkundung. Die Satelliten können nach Bedarf unterschiedliche Frequenzbereiche zwischen Infrarot- und Röntgenstrahlung abtasten und liefern so Daten für Geoinformationssysteme.

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Nordost-Afrika: Strukturen und Ressourcen
Ergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich "Geowissenschaftliche Probleme in ariden und semiariden Gebieten"
Herausgegeben von Eberhard Klitzsch und Ulf Thorweihe
1999, 676 S., Preis 298,-- DM
WILEY-VCH Verlag GmbH, Weinheim


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Fax: 0228/885-2180, Tel.: 0228/885-2210 oder -2109, anfordern.
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