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Neue Studie zur Bewältigung von Arbeitslosigkeit

20.08.1999 - (idw) Universität Dortmund

Organisationspsychologen der Universität Dortmund haben ein neues Instrument zur Diagnose der individuellen Bewältigung von Arbeitslosigkeit entwickelt.

Der Fragebogen, der jetzt getestet wird, ist durch das Ge+Ko-Team der Universität Dortmund erstellt worden. Die Abkürzung weist auf das angepeilte Ziel hin: Gesundheitsförderung und Kompentzoptimierung in der Arbeitslosigkeit. Die Leitung des Projekts hat Prof. Dr. phil. Dr. med. Michael Kastner.

Unter Mithilfe von 225 langzeitarbeitslosen Dortmundern wurde ein Fragebogen erstellt, der helfen soll, individuelle Problembereiche zu erkennen, die in der Arbeitslosigkeit auftauchen. Auf der Basis dieser Diagnose sollen den Betroffenen Konzepte für die Lösung ihrer individuellen Probleme angeboten werden.

Bevor der Fragebogen in Beratungsstellen zum praktischen Einsatz kommt, wird er vom 23.08. bis 03.09.99 einem weiteren Test unterzogen. Treffpunkt für Interessenten ist das Foyer des Arbeitsamtes Dortmund.

Zahlreiche nationale und internationale Studien zeigten die hohe Beanspruchung von Langzeitarbeitslosen. 54,3% der Dortmunder Langzeitarbeitslosen gaben an, dass sie nie oder nur manchmal gut abschalten können. 2/3 der von Ge+Ko Befragten klagten über körperliche Beschwerden. Die Mehrheit hiervon gab an, unter fünf und mehr verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden zu leiden. Die häufigsten Beschwerden waren Schlafstörungen, Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen, Verdauungs- und Hautprobleme. Entgegen der allgemeinen Meinung haben Arbeitslose nicht weniger Stress als Arbeitende. Sie unterliegen etlichen Krankheitsrisiken.

Das Ge+Ko-Team fand heraus, dass der Grad der Beanspruchung eng verknüpft ist mit zwei sich ergänzenden Strategien, mit persönlichen Problemen umzugehen: erstens der Hartnäckigkeit, mit der persönliche und berufliche Ziele verfolgt werden, und zweitens der Fähigkeit, sich neu zu orientieren, wenn gesetzte Ziele unerreichbar werden. Personen, die eine gesunde Balance zwischen diesen beiden Strategien herstellen können, empfinden subjektiv weniger Stress und dürfen so leistungsfähiger sein.
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