Aus Problemabfällen werden Katalysatoren25.08.1999 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena
Jena. (25.08.99) Ein Verfahren, um aus Problemabfällen in Galvanikbetrieben, Textilfärbereien und Gerbereien Katalysatoren für die Abgasreinigung zu gewinnen, haben Wissenschaftler am Institut für Technische Chemie und Umweltchemie der Universität Jena gemeinsam mit dem VTI Saalfeld entwickelt.
Wesentliche Beiträge dazu leistete Dr. Frank Klose, der im Februar mit einer wissenschaftlichen Beschreibung und Analyse dieses neuartigen Verfahrens promovierte; seine Arbeit wurde nun überdies mit einem Förderpreis "Umweltgerechte Abfallwirtschaft" der Johannes Fehr GmbH & Co. KG ausgezeichnet. Inzwischen haben die Jenaer Chemiker zwei Patente auf das Verfahren angemeldet. Die praktische, industrielle Umsetzung der Entwicklung steht noch aus, weil bisher kein geeigneter Katalysator-Hersteller dafür gefunden werden konnte. Klose selbst möchte lieber weiter in der Forschung bleiben und wechselte nach der Promotion ans neu gegründete Magdeburger Max-Planck-lnstitut für Dynamik komplexer technischer Systeme. Bei dem innovativen Verfahren liegt der Schlüssel in der gezielten Kombination der Problemabfälle aus verschiedenen Bereichen, so dass ausreichende Konzentrationen z. B. an organischen Stoffen und Übergangsmetallverbindungen vorhanden sind. Außerdem werden die Abfallstoffe nach einer speziellen Mischungs-, Trocknungs- und Granulationstechnologie behandelt, damit die Katalysatoren eine ausreichend hohe spezifische Oberfläche und Festigkeit für den Einsatz in Abgasreinigungsanlagen besitzen. Das Verfahren gilt als vorbildliches Beispiel für die nutzbringende Wiederverwertung von überwachungsbedürftigem Abfall im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes. Ansprechpartner: Dr. Frank Klose Max-Planck-Institut für Dynamik komplizierter technischer Systeme Tel. 0391/6117-508, e-mail: klose@mpi-magdeburg.mpg.de Dr. Peter Scholz Institut für Technische Chemie und Umweltchemie der Universität Jena Tel.: 03641/948411, Fax: 948402 e-mail: cps@co2.chemie.uni-jena.de Friedrich-Schiller-Universität Referat Öffentlichkeitsarbeit Dr. Wolfgang Hirsch Fürstengraben 1 07743 Jena Tel.: 03641/931031 Fax: 03641/931032 e-mail: h7wohi@sokrates.verwaltung.uni-jena.de
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