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Goethes letztes Geheimnis

29.03.1999 - (idw) VolkswagenStiftung

Volkswagen-Stiftung stellt sensationellen Fund vor

Hannover (vws) Viele hatten es gehofft, jetzt ist es bestätigt: Bei der Öffnung von Goethes Sarkophag im Jahre 1970 fand sich auch ein letztes Werk des Meisters von Weimar. Das Manuskript des launigen Vierzeilers befindet sich im Besitz der Volkswagen-Stiftung in Hannover, die seit Jahren hohe Förderbeträge gerade auch für die kulturwissenschaftliche Dokumentation bereitgestellt hat. Der Generalsekretär der Stiftung Dr. Wilhelm Krull stellte den Text der Öffentlichkeit vor:

"Reimen will ich! Immer mehr!"
Unreif, wer so spricht!
S'kommt ein Tag, da schmunzelt er:
"Reimen? Nein! Mehr nicht!"

In einer Pressekonferenz wies Krull heute darauf hin, daß damit gleich mehrere Rätsel ihre Erklärung gefunden haben. In den letzten Wochen hatten Fachleute darüber spekuliert, warum das Leichenhemd seinerzeit nicht wie das Skelett Goethes in Weimar restauriert, sondern eigens nach Berlin gebracht worden war. Die Erklärung ist, daß sich in einer Brusttasche des Leichenhemdes das zitierte Gedicht, geschrieben auf der Rückseite einer Arztrechnung, befand. Damit steht auch die immer wieder kolportierte Behauptung, Goethes letzte Worte seien "Mehr Licht!" gewesen, wieder zur wissenschaftlichen Diskussion.

"Nun kommt viel Arbeit auf die Germanisten zu", sagte Krull. Sämtliche bisherige "Gesamtausgaben" müssen eingestampft werden. Auch die monumentale Monographie "Goethe und die ultimative Verwendung des modus negationis" ist obsolet
geworden. Bei der Stiftung schätzt man, daß rund 300 neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Wie das Manuskript zur Stiftung gelangte, ist noch nicht restlos geklärt. Eine Theorie sagt, es sei von einem ehemaligen Mitarbeiter der Stasi mit dem Decknamen
IM Eckermann in den Westen geschmuggelt worden, wo es einem Germanisten (Name ist der Redaktion bekannt) jahrelang unerkannt als Lesezeichen gedient habe. Eine andere These ist, das Werk habe einige Jahre als Beutelyrik in Moskau gelegen.

Angesprochen darauf, ob er weitere Auswirkungen auf die Arbeit der Stiftung erwarte, erklärte Krull: "Nein! Mehr nicht! Das Wort haben jetzt die Forscher."

Kontakt: Dr. Werner Boder, Volkswagen-Stiftung
Tel.: (0511)8381-380; e-mail: boder@volkswagen-stiftung.de
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