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Die Ordnung in der Natur erkennen und nutzen

01.09.1999 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Gesellschaft für Biologische Systematik tagt ab 2. September in Jena

Jena (01.09.99) Ordnung in die Natur zu bringen, ist kein neues Anliegen der Biologie. Doch die 1997 gegründete "Gesellschaft für Biologische Systematik" unterstreicht, dass die Vielfalt des Lebens eine ausgeprägte Systematik erfordert. Die von engagierten Kustoden betreuten Sammlungen bieten hierfür ein gute Grundlage. Und so ist es nur konsequent, dass die zweite Jahrestagung der Gesellschaft vom 2. bis 4. September an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfindet. Hier können sich die rund 150 Biologen aus ganz Deutschland mit den vielfältigen Sammlungen auseinandersetzen.

"In Jena werden die Sammlungen in die moderne wissenschaftliche Forschung einbezogen", erläutert der Mikrobiologe Prof. Dr. Johannes Wöstemeyer, der gemeinsam mit dem Zoologen Prof. Dr. Martin S. Fischer und dem Botaniker Prof. Dr. Frank Hellwig die Tagung ausrichtet. Mit dem Herbarium Haussknecht und dem Botanischen Garten, dem Phyletischen Museum und dem Ernst-Haeckel-Haus sowie dem Pilz-Referenzzentrum Jena mit seinen rund 10.000 lebenden Pilzkulturen bietet Jena hervorragendes Anschauungsmaterial für jeden der drei Arbeitsbereiche der Gesellschaft.

Bei der "Systematik" geht es darum, die direkten Verwandtschaftsverhältnisse zu klären. Die "Phylogenie" be-schreibt die zeitliche Dimension der Entwicklung - wie man sie aus Stammbäumen kennt. "Die Phylogenie ist das verbindende Element von Organismen aus Botanik, Zoologie und Mikrobiologie", ergänzt Prof. Wöstemeyer. Das dritte Element der biologischen Ordnung ist die "Taxonomie", die Wissenschaft von den Namen.

Den Sinn solcher Ordnung veranschaulicht Wöstemeyer an einem Beispiel: Wenn ein Getreidehaufen von einem Pilz befallen wird, kommt es darauf an, sehr schnell den Pilztypen zu ermitteln, um über die Weiterverarbeitung entscheiden zu können. Falls die Analyse, bei der die Taxonomie eine wichtige Rolle spielt, den Pilz als giftig einstuft, muss außerdem schnell entschieden werden, wie er bekämpft werden kann. "Dies zeigt, dass selbst die Taxonomie dabei hilft, Kosten zu sparen", sagt der Mikrobiologe.
Die Jenaer Tagung will diese Bedeutung und den Sinn biologischer Systematik hervorheben.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Johannes Wöstemeyer
Institut für Mikrobiologie der Universität Jena
Neugasse 24
07743 Jena
Tel.: 03641/949311
Fax: 03641/949312
e-mail: johannes.woestemeyer@rz.uni-jena.de


Friedrich-Schiller-Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Axel Burchardt M. A.
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel.: 03641/931041
Fax: 03641/931042
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