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Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) bleibt auf der Blauen Liste

01.09.1999 - (idw) Deutsches Schiffahrtsmuseum

Der Wissenschaftsrat hat festgestellt: Forschungs- und Serviceleistungen des nationalen Museums sind so gut, daß auch in Zukunft Zuschüsse des Bundes und der Länder fließen werden

Info-Service Nr. 11/99 vom 18.08.1999

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) bleibt auf der Blauen Liste

Der Wissenschaftsrat hat festgestellt: Forschungs- und Serviceleistungen des nationalen Museums sind so gut, daß auch in Zukunft Zuschüsse des Bundes und der Länder fließen werden

Durchgesickert war die gute Nachricht schon im Frühjahr, als die Entscheidung formell noch gar nicht gefallen war, aber nun liegt sie dem Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven schwarz auf weiß vor: In seiner Stellungnahme hat der Wissenschaftsrat der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung die Weiterförderung des DSM als Forschungseinrichtung der sogenannten Blauen Liste empfohlen. Damit kann das nationale Museum an der Weser weiterhin damit rechnen, daß wie im letzten Jahr 47,4 Prozent seines Zuschußbedarfs von Bund und den Bundesländern finanziert wird. In der Begründung heißt es kurz und bündig: "Die Forschungs- und Serviceleistungen des DSM sind gut." Ein dickes Lob also für die Arbeit der zwölf Wissenschaftler in den elf Jahren nach der letzten Überprüfung.

Die vom Wissenschaftsrat eingesetzte Bewertungsgruppe, die das DSM am 17. September letzten Jahres besucht hatte, kam in ihrem Bericht zu dem Ergebnis, daß die Einrichtung seit der Begutachtung im Jahre 1987 insgesamt eine positive Entwicklung genommen habe; die wichtigsten Empfehlungen seien umgesetzt worden. Mit besonderem Wohlgefallen vermerkte die Kommission, daß der Forschungsanteil an den Gesamtaktivitäten des DSM, das als einziges Institut in Deutschland umfassend und epochenübergreifend Zeugnisse zur deutschen Schiffahrtsgeschichte sammelt und Grundlagenforschung betreibt, bei 65 Prozent oder darüber liegt.

Allein schon aufgrund der umfangreichen, spezialisierten Sammlung spricht sich der Wissenschaftsrat für die Weiterführung als selbständige Forschungseinrichtung außerhalb der Universitäten aus, rät aber zu einer engeren Anbindung an die Hochschullandschaft. Dies lasse sich durch eine gemeinsam mit der Universität Bremen zu erfolgende Berufung einer der beiden Direktoren bewerkstelligen.

Natürlich hat die hochkarätige Bewertungsgruppe auch Defizite ausgemacht. So stellte sie fest, daß die Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahre 1987, die Zuwendungsgeber sollten dem DSM weitere drei Wissenschaftlerstellen zuweisen und einen Teil der Stellen künftig befristet vergeben, nicht umgesetzt worden sei. Selbst unter Berücksichtigung dessen, daß die schwierige Haushaltslage in Bund und Ländern derzeit keine deutliche Ausweitung des Personalbestandes erlaubt, hält das Gremium eine Aufstockung um mindestens eine Wissenschaftler- und eine Technikerstelle für notwendig, denn: "Das DSM erfüllt umfangreiche Aufgaben, die bereits durch die starke Diversität des abzudeckenden fachlichen Spektrums Mindestanforderungen an die Personalausstattung stellen. Diese Aufgaben werden durch die Bestückung des neuen Museumstraktes mit einer neu konzipierten festen Ausstellung und zusätzlichen wechselnden Ausstellungen weiter vermehrt."

Viel Lob erhält das Museum für sein Kernstück, das Archiv, und für die wissenschaftliche Bibliothek. Sie werden auch von auswärtigen Forschern genutzt und seien für diesen Zweck funktional eingerichtet. Dagegen sei die derzeitige Ausstattung mit Datenverarbeitungsgeräten und Software unzureichend. Dieser Mißstand gefährde die Anschlußfähigkeit des Museums und seiner Sammlungs- und Bibliotheksbestände an die nationale und internationale Forschung und setze einer modernen Wahrnehmung seiner Servicefunktionen enge Grenzen. "Darüber hinaus", gibt der Wissenschaftsrat dem DSM mit auf den Weg ins neue Jahrtausend, "stellt die interne Vernetzung aller Wissenschaftler einer solchen Institution mit Zugriffsmöglichkeiten auf Kataloge und andere Quellen und Dokumente einen notwendigen technischen Standard dar." Die Zuwendungsgeber haben aber bereits die Weichen so gestellt, daß entsprechend nachgerüstet werden kann.

Gute Noten erhielt das Museum auch dafür, daß es sich erfolgreich zur Aufgabe gemacht habe, die Forschungs- und Sammlungstätigkeit der mit der Schiffahrtsgeschichte befaßten Institutionen in Deutschland zu koordinieren. Darüber hinaus betreut es, wie der Wissenschaftsrat hervorhebt, Arbeitskreise zu eingegrenzten Themengebieten wie Flößereigeschichte, Geschichte der Fährschiffahrt, Fischereigeschichte u. a. m. Diese Arbeitskreise leisten in ihrer Zusammensetzung aus Zeitzeugen und Wissenschaftlern wichtige Beiträge zur Quellenerschließung und -sicherung auf der methodischen Grundlage der "oral history". Ebenso wichtig sei die Kooperation mit den Landesämtern für Denkmalschutz. Sie ermöglicht eine bundesweite Erfassung neuer schiffahrtshistorischer Funde.

Aus alledem werde deutlich, "daß sich eine vielschichtige Forschungs- und Sammlungslandschaft herausgebildet hat, in der das DSM eine übergeordnete und zentrale Leitfunktion übernommen hat. Diese umfassende Tätigkeit ebenso wie die herausragende Expertise auf einigen Spezialgebieten wie der Naßholzkonservierung und Holzchemie haben dem DSM auch im internationen Kontext einen guten Ruf gesichert." Schließlich lobt der Wissenschaftsrat ausdrücklich die rege Veröffentlichungstätigkeit der Wissenschaftler.

Auf der Blauen Liste stehen außer dem DSM noch das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz, das Zoologische Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig in Bonn sowie als Forschungsinstitut ohne Mittel für den Ausstellungsbereich das Forschungsinstitut und Museum Senckenberg in Frankfurt am Main.

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