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Dynamischer Wegweiser zu neuen Produkten und Technologien

19.08.2002 - (idw) Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Technologie-Roadmaps überführen die für die Entwicklung neuer Produkte notwendigen Kompetenzen in detaillierte Aktivitäten, Projekte und Meilensteine. Wissenschaftler des Fraunhofer IPA arbeiten an einer Weiterentwicklung der Technologie-Roadmap-Methode, die andere Methoden des Technologiemanagements mit einbezieht. Sie gestattet die systematische Planung von Technologien und Maßnahmen und unterstützt den Kommunikationsprozess zwischen Produkt- und Produktionsentwicklung.

Technologie-Roadmaps visualisieren Maßnahmen und Aktivitäten, die für die Entwicklung aller technologischen Kompetenzen - produkt- und produktionsseitig - in Zusammenhang mit zukünftigen Produkten notwendig sind. Als Werkzeug zum Vorbereiten und Umsetzen von Strategien stellen sie zukünftige Ziele ebenso wie daraus resultierende Aktivitäten leicht verständlich dar. Dabei bilden sie einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren ab. "Mit Hilfe der Technologie-Roadmap lassen sich aus Anforderungen zielgerichtet Maßnahmen ableiten. So bekommen wir eine Prozess-Sicht in unsere Technologieplanung", erklärt Karl-Heinz Heßling, Leiter der Prozessentwicklung bei Carl Zeiss, Oberkochen. Wissenschaftler des Fraunhofer IPA haben gemeinsam mit dem Carl Zeiss Zentralbereich Prozessentwicklung die Technologie-Roadmap-Methodik unternehmensspezifisch weiterentwickelt. Diese wurde inzwischen konzernweit eingeführt.

Der IPA-eigene Ansatz geht jedoch noch einen Schritt weiter. Die meisten Ansätze für Technologie-Roadmaps beruhen auf dem generischen Format der European Industrial Research Management Association: Auf verschiedenen Ebenen, auch Layern genannt, werden Produkte mit Technologien verknüpft und über der Zeit aufgetragen. "Problematisch dabei ist die statische Visualisierung der Einführungszeitpunkte von Technologien. Außerdem bleibt offen, wie sich Maßnahmen ableiten lassen", beanstandet Martin Hieber vom Fraunhofer IPA. "Technologie-Roadmapping als sich jährlich wiederholender Prozess zu verstehen ist sicherlich richtig. Aber was geschieht innerhalb dieses Jahres?", fragt er. Mit Mitarbeitern seiner Abteilung entwickelt er deshalb derzeit eine dynamische Produkt- und Produktions-Technologie-Roadmap-Methode mit der entsprechenden Visualisierung und Software-Unterstützung. Darüber hinaus arbeiten die Stuttgarter Wissenschaftler an einer Anbindung an weitere Methoden des Technologiemanagements wie der Szenariotechnik.

"Erst wenn die Technologie-Roadmap kontinuierlich im laufenden Betrieb angewendet wird, erreicht sie ihre volle Leistungsfähigkeit als Managementwerkzeug", erklärt Hieber. Die IPA-Wissenschaftler haben die Technologie-Roadmap-Methodik deshalb um drei Aspekte erweitert: Ihre "TechMap" unterstützt das Management bei der Umsetzung der identifizierten Maßnahmen und der Erfolgskontrolle, sie enthält eine dynamische Visualisierung, die nicht nur Inhalte aktualisiert, sondern auch Auswirkungen von Veränderungen aufzeigt und sie berücksichtigt neben den produkt- und produktionsbezogenen auch organisatorische Aktivitäten. So unterstützt die Entwicklung der unternehmenseigenen Technologie-Roadmap in interdisziplinär zusammengesetzten Workshops den Kommunikationsprozess zwischen Mitarbeitern aus der Entwicklung und aus der Produktion. "Die Erfahrung zeigt, wie wenig die Produktion oft über die Ziele der Produktentwicklung weiß und wie selten die Entwickler die aktuellen und zukünftigen Grenzen der Produktion wirklich kennen", berichtet Martin Hieber.

Das zeigte sich auch bei Carl Zeiss. "Ein besonderer Nutzen der Methode liegt darin, dass durch die gemeinsame Erarbeitung der Technologie-Roadmap in bereichsübergreifenden Workshops eine Basis für die oft dringend notwendige, offene Kommunikation im Unternehmen entstanden ist", fasst Martin Hieber das Fazit der Oberkochener Projektpartner zusammen. Das gemeinschaftliche Erarbeiten von Planungsszenarien mit Blick auf den Kunden führt außerdem zu einem optimalen Einsatz der vorhandenen Ressourcen und verhindert damit ein Over-Engineering, also die Entwicklung von Produkten an den Bedürfnissen der Kunden vorbei. Sowohl die internen Berater bei Carl Zeiss als auch das Technologie-Roadmap-Team des Fraunhofer IPA wollen die Methode weiterentwickeln. "Wir würden unsere Vorgehensweise gerne mit interessierten, Technologie-Roadmap-erfahrenen Unternehmen vergleichen", sagt Martin Hieber. Unternehmen, die an einem Methodik-Benchmark oder an einem Anwenderforum interessiert sind, erhalten weiterführende Informationen bei den unten angegebenen Ansprechpartnern.


Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Thorsten Laube, Telefon 0711/970-1262, E-Mail thorsten.laube@ipa.fraunhofer.de
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Abele, Telefon 0711/970-1909, E-Mail thomas.abele@ipa.fraunhofer.de
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