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Herausforderung "Mischwasserbehandlung"

07.09.1999 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Wie man die Mischung aus Regen- und Abwasser, die sich in Kanalisationssystemen sammelt, umweltfreundlich und kostengünstig behandeln kann, diese Frage steht im Mittelpunkt des Workshops "Mischwasser - Quo vadis?", der am 16. September 1999 im Hörsaal HMA 10 der RUB stattfindet.

Bochum, 07.09.1999
Nr. 192

Geld sparen und Gewässer schonen
Herausforderung "Mischwasserbehandlung"
17. Bochumer Workshop Siedlungwasserwirtschaft


Wie man die Mischung aus Regen- und Abwasser, die sich in Kanalisationssystemen sammelt, umweltfreundlich und kostengünstig behandeln kann, diese Frage steht im Mittelpunkt des Workshops "Mischwasser - Quo vadis?", der am 16. September 1999 im Hörsaal HMA 10 der RUB stattfindet. Veranstaltet wird er von der Gesellschaft zur Förderung des Lehrstuhls für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hermann Orth an der RUB in Abstimmung mit der Abwassertechnischen Vereinigung e. V. Hennef (Sieg).

Kanalnetze und Kläranlagen organisieren

Täglich sammeln sich in der Kanalisation große Wassermengen, die zum Teil aus Niederschlägen, zum Teil aus Abwässern bestehen. Für dieses Mischwasser gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten: Häufig fließt ein Teil davon ungeklärt in ein Gewässer, der Rest wird einer Kläranlage zugeführt. Um möglichst wenig Abwasser ungeklärt abfließen zu lassen, setzen Wissenschaftler besonders auf effektive Steuerungssysteme für Kanalnetze. Sie sollen eine vorausschauende Behandlung des Wassers ermöglichen. Durch Entlastungsanlagen, Regenrückhaltebecken und Drosselabschlüsse können die Experten es stauen und umleiten. Neue Methoden erlauben es ihnen, Kanalnetz und Kläranlagen gemeinsam zu steuern, so dass sie aufeinander abgestimmt funktionieren und das System optimal genutzt wird. Außerdem können sie bei Überlastung der Kläranlage immerhin die Beschaffenheit des Gewässers, das den Überschuß aufnimmt, berücksichtigen: Wieviel Abwasser und welche Stoffe kann es verkraften? Wann soll das Mischwasser am Gewässer eintreffen um es möglichst wenig zu belasten? Auf dem Work---shop stellt die sich immer schneller entwickelnde Steuerungstechnik einen Schwerpunkt dar. Anhand konkreter Fälle aus dem In- und Ausland, z. B. aus Helsingborg in Dänemark, können die Experten ihre Erfahrungen austauschen.

Neue Steuerungssysteme als sparsame Umweltschützer

Neben Fragen des Umweltschutzes soll beim Workshop auch die Wirtschaftlichkeit von Kanalsystemen zur Sprache kommen. Auch hier kann die Kanalnetzsteuerung von Nutzen sein. Außerdem sparen neue Verlegetechniken von Kanalrohren ebenso Kosten ein, wie die von vornherein wirksame Trennung von Niederschlags- und Abwasser.

Programm

9.00 Uhr Begrüßung und Einführung

9.10 Uhr Ausmaß des Mischwasserrückhalts bei Niederschlagswasserbehandlung und die damit verbundenen Investitionskosten - Bauass. Dipl.-Ing. G. Willems, Dipl.-Ing. M. Rüschenberg, Dipl.-Ing. H. Bode, Ruhrverband Essen

9.30 Uhr Steigerung der Effizienz von Regenwasserbehandlungsanlagen unter Einsatz der UV-Absorptionsmessung - Dipl.-Biol. A. Petruck, Dipl.-Ing. F. Sperling, Emschergenossenschaft/Lippeverband, Essen

9.50 Uhr Praxisorientierte Ermittlung der fließgewässerbezogenen Anforderungen an die Niederschlagswasserbehandlung - Dr. rer. nat. D. Borchardt, Universität Gh Kassel

10.10 Uhr Diskussion

11.00 Uhr Kosteneinsparung durch Kanalnetzsteuerung - Bauass.Dipl.-Ing. G. Tirok, Wasserverband Eifel-Ruhr, Eschweiler

11.20 Uhr Steuermaßnahmen auf Kläranlagen unter Berücksichtigung des Kanalnetzes - Prof. Dr.-Ing. H. Orth, Dipl.-Biotechnol. K. Niemann, Ruhr-Universität Bochum

11.40 Uhr Integrierter Betrieb von Kanalnetz und Kläranlagen in Helsingbørg - Dipl.-Ing. S. Lindberg, Danish Hydraulic Institute, Hørsholm

12.00 Uhr Diskussion

13.30 Uhr Kosteneinsparungen durch Abkopplung des Niederschlagswassers vom Mischwasserkanal - Dipl.-Ing. M. Becker, Emschergenossenschaft/Lippever-band Essen

13.50 Uhr Bau und Betrieb von Bodenfiltern zur Regenwasserbehandlung - Dipl.-Ing. H. Zech, Bioplan Ingenieurgesellschaft, Sinsheim

14.10 Uhr Leistungfähigkeit von Stauraumkanälen mit untenliegender Entlastung - Konsequenzen für ihre Dimensionierung - Prof. Dr.-Ing. M. Dohmann, RWTH Aachen

14.30 Uhr Diskussion

15.20 Uhr Aspekte der Projektentscheidung bei Kanalisierungsmaßnahmen - Dipl.-Ing. F. Grunwald, Bremer Entsorgungsbetriebe

15.40 Uhr Ermittlung und Beseitigung von Fremdwasser - Dr. rer. nat. S. Cremer, Institut für Kanalisationstechnik, Gelsenkirchen

16.00 Uhr Kostengünstige neue Verlegetechniken für die Kanalisation - Prof. Dr.-Ing. F. W. Günthert, Universität der Bundeswehr, München

16.20 Uhr Diskussion

16.50 Uhr Zusammenfassung

17.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hermann Orth, Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB, Universitätsstr. 150, 44780 Bochum, Tel. 0234/700-5891, -3049, Fax: 0234/7094-503

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