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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 20. April 2014 

Internet-Kaufhaus - Sieger beim DigiGlobe

20.09.1999 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Einkaufen per Mausklick - zuhause, rund um die Uhr. Während in den USA das Internet-Shopping boomt, steht es in Deutschland - trotz kräftigem Wachstum - erst am Anfang. Noch dominieren die traditionellen Versandhäuser, Reisebüros und Buchhändler. Doch drängen immer mehr Anbieter ins Internet, um dort elektronische Läden zu eröffnen. Einen Vorgeschmack auf die Zukunft des Online-Shopping gibt das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO mit dem von der Europäischen Union geförderten virtuellen Einkaufszentrum VR-Shop (www.vr-shop.iao.fhg.de) - Einkaufen, wie wir es gewohnt sind, nur eben virtuell. Für das Internet-Kaufhaus wurde das IAO mit dem DigiGlobe ausgezeichnet.

DigiGlobe - der Multimediapreis - wird von der Deutschen Telekom und dem deutschen Nachrichtenmagazin Focus jedes Jahr für Innovationen aus Wissenschaft, Technik und Multimedia vergeben. Zu den diesjährigen Gewinnern des DigiGlobes gehört neben dem IAO auch Regisseur Steven Spielberg - ausgezeichnet für seine "Shoah Foun-dation" und Filmproduzent George W. Lucas für seine Verdienste als Wegbereiter digitaler Unterhaltung. Der DigiGlobe wird in sieben verschiedenen Kategorien verliehen. Der VR-Shop aus dem IAO ist Sieger in der Kategorie "Wirtschaft und Politik". Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn überreichte den Preis an Dr. Arno Hitzges. Er und seine Kollegen Andreas Pietsch, Corinna Hahn, Henning Hinderer und Andrea Müller gehören zur Forschungsgruppe "VR-Shop". Die künstliche Einkaufswelt ist einem realen Einkaufszentrum nachempfunden. Zum Einstieg wählt sich jeder Besucher eine digitale Kunstfigur aus, Avatar genannt. Als diese Figur spaziert er nun - begleitet von Shoppi, dem virtuellen Einkaufsberater - von Geschäft zu Geschäft, vom Reisebüro zum Buchladen, vom Telefonladen zum Autohaus. Die Waren werden in Infoecken präsentiert und geben auf Mausklick alle Informationen preis. "Wünscht der Kunde eine ausführliche Beratung, kann er einen echten Verkäufer hinzuschalten. Sogar mit anderen Kunden kann er Kontakt aufnehmen", erläutert Andrea Müller vom IAO das Multi-User-Konzept der VR-Mall. Einkaufen mit Atmosphäre und Stil: Das Scrollen durch endlose Produklisten in derzeitigen Online-Shops wird im VR-Shop revolutioniert. Kunden aus aller Welt treffen sich in den dreidimensionalen Kaufhäusern, können miteinander kommunizieren und gemeinsam Events wie Modenschauen oder Autorenlesungen erleben oder sich direkt von elektronischen Einkaufsassistenten beraten lassen.

Online-Shopping kann sich schon bald als Alternative zum echten Einkauf etablieren, darin sind sich alle Prognosen einig, denn es ist komfortabel, schnell und erlaubt konsequenten Preisvergleich. Nach einer Studie von Lufthansa Airplus soll in diesem Jahr allein in Deutschland die Zahl der Online-Shops von 170 auf 3 300 steigen, im nächsten Jahr sollen es bereits 14 000 sein. Doch noch bedeutet Einkaufen im Internet, in mehr oder weniger gut gemachten elektronischen Katalogen herumzusuchen. Das ist nicht attraktiv genug für die breite Bevölkerung. Zudem hat das Mausklick-Geschäft Mängel: Viele Websites sind noch ziemlich umständlich zu bedienen. Vor allem aber bei den Folgeleistungen herrscht Wildwuchs: Was tun, wenn emails verschwinden oder Waren nicht ankommen, aber das Geld kassiert wurde? Das größte Hindernis für viele Benutzer ist außerdem ein wachsendes Mißtrauen in Sachen Datensicherheit. Deshalb ist es dringend nötig, bessere Sicherheitskonzepte zu entwerfen. Beim VR-Shop wird derzeit noch per Rechnung bezahlt, doch bald sollen auch elektronische Zahlungssysteme eingesetzt werden.

Die Wissenschaftler am Stuttgarter Fraunhofer-Institut arbeiten derzeit an einem Folgeprojekt des VR-Shops mit dem Namen "Fashion Me". Dort können Modehungrige online Kleider mit Hilfe von personalisierten Avataren anprobieren. Vorausetzung ist, daß sich der Nutzer exakt vermessen läßt. Die Daten nimmt er auf einer CD-ROM mit nach Hause. Dort lädt er sie in seinen Computer. Dann erscheint auf dem Bildschirm ein Avatar mit den genauen Maßen des Nutzers. Nun kann er verschiedene Kleidungsstücke anprobieren und genau sehen, wie sie ihm stehen.

Sabine Denninghoff

Ansprechpartnerin:
Dipl.-Wirt.-Ing. Andrea Müller
Telefon 07 11/9 70-23 16, Telefax 07 11/9 70-23 00
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Nobelstraße 12, D-70569 Stuttgart
email: Andrea.Mueller@iao.fhg.de
http://www.vr-shop.iao.fhg.de
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