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Friedrich August Gottreu Tholuck (1799-1877) - Sprachgenie, Erwecker und "Studentenvater"

23.09.1999 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Symposium zum 200. Geburtstag
eines bedeutenden halleschen Theologen

Aus Anlaß des 200. Geburtstages von Friedrich August Gottreu Tholuck (dessen Name nicht zuletzt in der Tradition des von seiner Frau Mathilde gegründeten Tholuck-Konvikts an der Martin-Luther-Universität lebendig blieb) veranstaltet die Theologische Fakultät vom 7. bis zum 9. Oktober 1999 gemeinsam mit den Franckeschen Stiftungen, dem Evangelischen Konvikt Halle und der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus ein Symposium, das "Frömmigkeit und Wissenschaft, Theologie und Politik in einer Zeit sozialen und politischen Wandels" untersuchen will.
Die Eröffnung des Symposiums findet am Donnerstag, 7. Oktober 1999, um 14.30 Uhr, in den Franckeschen Stiftungen (Franckeplatz 1, 06108 Halle) statt.

Ein halbes Jahrhundert lang, von 1826 bis zu seinem Tod, wirkte Friedrich August Gottreu Tholuck fast ununterbrochen als Ordinarius an der Theologischen Fakultät (an der damals fast 1000 Studenten eingeschrieben waren) der Fridericiana Halle-Wittenberg. Aufsehen erregt hatte er bereits als 24jähriger mit seiner Schrift "Lehre von der Sünde und vom Versöhner, oder die wahre Weihe des Zweiflers", die als Auftakt der deutschen Erweckungsbewegung galt und seine theologiegeschichtliche Bedeutung begründete. Die nachhaltige Wirkung dieses Werkes kam derjenigen von Friedrich Daniel Ernst Schleiermachers "Reden über die Religion" gleich.
Der in Breslau gebürtige und ungewöhnlich sprachbegabte Handwerkersohn (es heißt, er habe bereits mit 17 Jahren 19 Fremdsprachen in Wort und Schrift beherrscht) hatte ursprünglich in Berlin Orientalische Philologie studiert, ehe er durch den Einfluß neo-pietistischer Kreise entscheidende Impulse für sein religiöses Leben erhielt und sich für eine akademisch-theologische Laufbahn entschied.
Seine kirchenpolitischen Aktivitäten führten dazu, daß er lange stark umstritten war: Seine Berufung nach Halle wurde vom preußischen Kultusminister von Altenstein - möglicherweise sogar auf Veranlassung Friedrich Wilhelms III.- gegen den Widerstand der gesamten Theologischen Fakultät durchgesetzt.
Aus der Vielzahl von Tholucks wissenschaftlichen Arbeiten erwiesen sich seine biblischen Kommentare, u. a. zum Römerbrief, zum Johannesevangelium und zur Bergpredigt, als die einflußreichsten

Fachleute aus Deutschland (Gießen, Halle, München, Tübingen, und Recklinghausen) und den USA (Clarksville und Allentown) präsentieren ihre Forschungsergebnisse zu Tholucks Leben und Werk. Beispielsweise wird Tholucks Rolle in der preußischen Hochschulpolitik, als Kirchenhistoriker und Orientalist, als Theologe der Erweckungsbewegung, Prediger und "Studentenvater" analysiert. Auch seine Beziehungen zu orientalischen Kirchen und sein Einfluß auf nordamerikanische Schüler kommen zur Sprache; Tholuck-Bibliothek und Tholuck-Archiv werden vorgestellt; das Evangelische Konvikt bereitet eine Ausstellung vor; in der Großen Märkerstraße im Zentrum der Stadt wird eine Gedenktafel enthüllt.


Nähere Informationen:
Prof. Dr. Arno Sames
Tel.: 0345 / 552 30 50/51
Fax: 0345 / 552 70 89;
e-mail: sames@theologie.uni-halle.de
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