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2000 Jahre Naturwissenschaft

06.10.1999 - (idw) Universität Kassel

"2000 Jahre Naturwissenschaft" heißt die Ringvorlesung, die in diesem Jahr von der Projektgruppe Ringvorlesung im Fachbereich Biologie/ Chemie der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) angeboten wird. Die maßgeblich aus studentischer Initiative entstandene öffentliche Vorlesungsreihe mit ihren 16 Vorträgen will einen Rückblick auf 2000 Jahre Wissenschaftsgeschichte ermöglichen: Die Vorträge werden von auswärtigen und Kasseler Wissenschaftlern, einem Wissenschaftsjournalisten und einem der studentischen Organisatoren, Michael Fasterding, gehalten. Die Ringvorlesung beginnt am
13. Oktober mit dem Vortrag von Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Uni Konstanz, zum Thema ""Niels Bohr, Max Delbrück und die Lektion der Atome". Das Themenspektrum der weiteren Veranstaltung erstreckt sich von den Denkern der Antike über Kopernikus, Darwin, Einstein, Robert Koch, Lise Meitner, v. Humboldt u.a. und thematisiert die Genforschung, die interdisziplinäre Forschung, die Sternforschung und die moderne Pflanzenphysiologie. Die Veranstaltungen finden, wenn nicht anders angegeben, jeweils mittwochs ab 18.15 Uhr im Hörsaal 282, Heinrich-Plett-Straße 40 in Oberzwehren stat

Kassel. "2000 Jahre Naturwissenschaft" heißt die Ringvorlesung, die in diesem Jahr von der Projektgruppe Ringvorlesung im Fachbereich Biologie/ Chemie der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) angeboten wird. Die maßgeblich aus studentischer Initiative entstandene öffentliche Vorlesungsreihe mit ihren 16 Vorträgen will einen Rückblick auf 2000 Jahre Wissenschaftsgeschichte ermöglichen: Die Vorträge werden von auswärtigen und Kasseler Wissenschaftlern, einem Wissenschaftsjournalisten und einem der studentischen Organisatoren, Michael Fasterding, gehalten. Die Ringvorlesung beginnt am
13. Oktober mit dem Vortrag von Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Uni Konstanz, zum Thema ""Niels Bohr, Max Delbrück und die Lektion der Atome". Das Themenspektrum der weiteren Veranstaltung erstreckt sich von den Denkern der Antike über Kopernikus, Darwin, Einstein, Robert Koch, Lise Meitner, v. Humboldt u.a. und thematisiert die Genforschung, die interdisziplinäre Forschung, die Sternforschung und die moderne Pflanzenphysiologie. Die Veranstaltungen finden, wenn nicht anders angegeben, jeweils mittwochs ab 18.15 Uhr im Hörsaal 282, Heinrich-Plett-Straße 40 in Oberzwehren statt. Das Programm im einzelnen:

ab 13.10. 2000 Jahre Naturwissenschaft. Ringvorlesung.
13.10. Niels Bohr, Max Delbrück und die Lektion der Atome. Prof. Ernst Peter Fischer, Konstanz.
20.10. Wilhelm Pfeffer aus Grebenstein und die moderne Pflanzenphysiologie.
Prof. Ulrich Kutschera, Kassel.
25.10. Albert Einstein und Thomas Mann - Die relative Freundschaft der beiden Geistesgrößen. Prof. Armin Hermann, Stuttgart.
10.11. Der Griff nach den Genen - Von den Anfängen zur Genomforschung.
Prof. Horst Feldmann, München.
18.11. Kleine Ursache- große Wirkung: Erste Schritte in die Welt der Mikroorganismen durch Robert Koch. Prof. Brigitte Hoppe, München.
25.11. Die Große Debatte: "Big Galaxy" oder "Island Universe".
Prof. Gudrun Wolfschmidt, Hamburg.
1.12. Gott=E=mc2. Zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion.
Gerhard Staguhn, Berlin.
8.12. Charles Darwin, Ernst Haeckel und Sigmund Freud - Biologie zwischen Natur und Geist. Prof. Franz M. Wuketits, Wien.
15.12. Nicolaus Copernikus als Astronom, Mediziner und Münzreformer. Ein Gelehrtenleben der frühen Neuzeit im Spiegel der deutschen Nicolaus-Copernikus-Gesamtausgabe. Dr. Andreas Kühne, München.
5.1. Denker der Antike. Michael Fasterding, Kassel.
12.1. Molekularbiologie begann vor 130 Jahren - Die lange Geschichte der DNA.
Prof. Hartmut Follmann, Kassel.
19.1. Natur als Idee und Abenteuer - Alexander von Humboldt. Dr. Hardetert,
Gladbeck.
26.1. N.N.
31.1. Carl Friedrich von Weizsäcker - Herausforderungen und Probleme interdisziplinärer Wissenschaft. Prof. Thomas Görnitz.
9.2. Lise Meitner, weiblich und getauft - Eine ungewöhnliche Physikerkarriere.
Dr. Stefan Wolff, München.
23.2. Ejnar Hertzsprung - Pionier der Sternforschung. Prof. Dieter B. Herrmann, Berlin.

Heinrich-Plett-Str. 40, Hörsaal 282. 18.15 Uhr.
Information: Prof. Wolfgang Nellen, Fachbereich 19, Biologie/Chemie, Abteilung Genetik, Tel.: (0561) 804-4805


Es ist bereits die vierte Ringvorlesung in Folge, zu der Interessenten in den Fachbereich Biologie/ Chemie eingeladen werden: So stellten sich mit der Ringvorlesung "Naturwissenschaftliche Forschung in Kassel" Wissenschaftler der Kasseler Universität aus den Fachbereichen Biologie/ Chemie sowie Physik mit ihren Forschungsarbeiten vor. Die Projektgruppe Ringvorlesung hatte zudem bereits zwei weitere Ringvorlesungen zu den Themen "Moderne Naturwissenschaften" und "Evolution" durchführten.

Sie hat sich für die Ringvorlesung "2000 Jahre Naturwissenschaft", die in Kooperation mit ihrem Fachbereich Biologie/ Chemie stattfindet, viel vorgenommen. Dazu ihr Vorwort zum Programmheft, das in den Veranstaltungen erworben werden kann: "Die Menschheit steht kurz vor Beginn zu einem neuen Jahrtausend. Dieses Ereignis möchten wir zum Anlass nehmen, um mit dieser Ringvorlesung einen Rückblick auf 2000 Jahre Wissenschaftsgeschichte zu geben. Dabei reichen die Wurzeln unseres heutigen wissenschaftlichen Weltbildes bis in die griechische Antike (zwischen 600 v. Chr. und 100 v. Chr.) zurück. So begründeten beispielsweise die Naturphilosophen Leukipp und Demokrit die Lehre des
Atomismus. Auf Aristoteles gehen die vergleichende Zoologie, Anatomie und Physiologie zurück. Ausgehend von den antiken Vorstellungen wurden die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse oftmals durch die Neugier, Ideen und Beharrlichkeit einzelner Forscherpersönlichkeiten erweitert und vorangetrieben. Dabei unterlag das jeweilige Weltverständnis mehrfach wissenschaftlichen Revolutionen. So löste Nicolaus Copernikus mit seinem 1543 veröffentlichtem Werk "De revolutionibus orbium coelestium libri VI" (Über die Kreisbewegungen der Weltkörper) das bis dahin gültige geozentirsche System ab und erarbeitete das heliozentrische System. Von nun an war die Erde nicht mehr der Mittelpunkt der Welt. Charles Darwin war es dann, der 1859 mit seinem Werk "On the Origin of Species" die existierenden Arten nicht weiter als gottgeschaffen akzeptierte, sondern diese als Ergebnis einer langandauernden evolutiven Entwicklung darstellte; eine Vorstellung die bis in die heutige Zeit für Kontroversen sorgt. Aber damit noch lange nicht genug. 1915 äußerte Harlow Shapley die Annahme, dass sich unser Sonnensystem am Rande und nicht im Herzen unserer Galaxis befindet, dabei beträgt der Abstand der Sonne zum galaktischen Zentrum ca. 30 000 Lichtjahre. Und auch unsere Galaxie ist nicht einzigartig, sondern nur eine unter vielen in einem sich entwickelnden, expandierendem Universum. Die Existenz anderer Galaxien wurde von Edwin Hubble in seiner "Insel-Theorie" formuliert. In jüngerer Zeit bildeten sich nun auch Modellvorstellungen heraus, in denen unser Universum lediglich eine Blase im Seifenschaum unendlich vieler Universen darstellt.
Auf dem Weg zum modernen Weltbild sind Wissenschaftlern auch immer wieder schwere Ungerechtigkeiten, bis hin zum Verlust des eigenen Lebens, widerfahren. So wurde der italienische Philosoph Giordano Bruno für seine Lehren von der Unendlichkeit der Welt und der Vielheit und Gleichwertigkeit der Weltsysteme von der katholischen Inquisition als Ketzer verurteilt und nach siebenjähriger Haft am 17. Februar 1600 öffentlich auf dem Campo die fiori in Rom verbrannt. Galileo Galilei wurde für sein Festhalten am heliozentrischen System ebenfalls vor die Inquisition gerufen und musste seinen diesbezüglichen Ansichten am 22. Juni 1632 abschwören. Den Rest seines Lebens verbrachte er in unbefristetem Hausarrest.

Bis heute ist eine endgültige Beschreibung der Welt nicht möglich. So wird es um die Findung des endgültigen Weltbildes sicherlich auch in der Zukunft weitere Auseinandersetzungen geben. Diese führen hin zu der Frage, ob der Mensch durch die Methoden der modernen Genetik selbst die Stelle Gottes einnehmen wird. Die Vorträge bieten im Anschluss wieder reichlich Gelegenheit, alle aufkommenden Fragen zu diskutieren."


Kontakt und weitere Information
Universität Gesamthochschule Kassel
Prof. Dr. W. Nellen
Tel. 804 4805 und
Projektgruppe Ringvorlesung
Sprecher: Michael Fasterding, Tel. 7392806, Fax 9415568
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