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Ökologische Bedingungen in Bergbaufolgelandschaften werden diskutiert

07.10.1999 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Landesverbände tagen in Halle

Die diesjährige Jahrestagung der Landesverbände Deutscher Biologen (VDbiol) der Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt (Mitglieder im Gesamtverband Deutscher Biologen) unter der Überschrift "Bergbaufolgelandschaften: Konsequenzen, Chancen und Risiken", hat sich zum Ziel gesetzt, die standörtlichen Gegebenheiten und die ökologischen Bedingungen in Bergbaufolgelandschaften zu erläutern. Dabei handelt es sich um ein vor allem für Mitteldeutschland bedeutsames Thema, das aber auch überregional zunehmend Beachtung findet.
Die Konferenz findet am 16. Oktober 1999 statt und beginnt 10:00 Uhr (Ende gegen 16:30 Uhr) im Universitätsgebäude, Kröllwitzer Straße 44. Ausrichter ist der sachsen-anhaltische Verband, für die Tagungsleitung zeichnet Dr. René Weinandy vom Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität Halle verantwortlich.

Durch die bergbauliche Tätigkeit des Menschen sind hier Lebensräume entstanden, die in der Kulturlandschaft ansonsten gar nicht mehr bzw. nur noch sehr selten anzutreffen sind.
Die Bergbaufolgelandschaften sind das Resultat menschlicher Eingriffe, die die ursprünglichen Ökosysteme vollständig und irreversibel zerstört haben. Es ergeben sich Fragestellungen hinsichtlich einer Rekultivierung und Renaturierung der Gebiete, die beispielsweise von Untersuchungen zur Differenzierung von floristischen und faunistischen Lebensgemeinschaften im Verlauf von Sukzessionen begleitet werden.
In diesem Zusammenhang werden auch die möglichen ökologischen Folgen der fast überall geplanten Restlochflutungen oder die Qualität des Bodens als dem lebensnotwendigen Substrat ermittelt. Hierbei wird auch die Komplexität und Problematik der Aufgaben deutlich, deren Lösung die Verknüpfung verschiedenster natur- und ingenieurwissenschaftlicher Fachrichtungen voraussetzt, z.B. der Hydrologie, der Biologie, der Geologie und der Physik.

Bergbaufolgelandschaften stellen einen eigenständigen Landschaftstyp dar, der durch eine besondere Eigenart und eine spezifische Schönheit geprägt ist und bereits heute eine erstaunlich hohe Artenvielfalt aufweist und als Rückzugsgebiet von bedrohten Tier- und Pflanzenarten genutzt wird. "Mit der Tagung",
so Dr. René Weinandy, "wollen wir den Versuch unternehmen, diese aktuelle Materie einer interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen und nicht zuletzt soll auf die Seltenheit und Einmaligkeit verschiedener Biotoptypen (z.B. offene Sand- und Schotterflächen, Salzstellen, Röhrichte, Quell- und Hangwasseraustritte, Abbrüche/ Wände, oligotrophe (nährstoffarme) Gewässer, Mosaikstrukturen) hingewiesen werden, die in der gewachsenen Kulturlandschaft sehr rar geworden und bestandsgefährdet sind".

Ansprechpartner:
Dr. René Weinandy
Institut für Zoologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Tel.: (0345) 55 264 66/51
Fax: (03459 55 276 24

e-mail: weinandy@zoologie.uni-halle.de
Internetadresse: http://www.vdbiol.de/top2.html
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