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Sind Nerven regenerierbar?

13.10.1999 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Mit dem HEXAL-Förderpreis 1999 wurde Dr. med. Hisham Fansa von der Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie der Universität Magdeburg ausgezeichnet. Der Preisträger befasst sich mit der Regeneration des peripheren Nervensystems nach Verletzungen.

Mit dem HEXAL-Förderpreis würdigen die Medizinische Fakultät der Magdeburger Universität und der Stifter, die HEXAL AG mit Sitz in Barleben und Holzkirchen, herausragende Leistungen junger Nachwuchswissenschaftler. Die mit 10 000 DM dotierte Anerkennung wurde zum dritten Mal verliehen. Der diesjährige Preisträger Dr. med. Hisham Fansa, Jahrgang 1969, arbeitet als Assistenzarzt an der Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie der Universität Magdeburg.
Der gebürtige Hannoveraner studierte nach dem Abitur in seiner Heimatstadt Humanmedizin. Studien- und Forschungsaufenthalte führten ihn in den vergangenen Jahren nach London und in die USA. Der 29-jährige Hisham Fansa ist seit 1994 am Universitätsklinikum Magdeburg beschäftigt und befasst sich neben dem klinischen Alltag mit der Regeneration des peripheren Nervensystems nach Verletzungen.

Wenn Nervenfasern durch einen Unfall verletzt oder abgetrennt werden, ist es heutzutage möglich, Nerven wieder zusammenzunähen. Bei Mehrfachverletzungen ist dies jedoch nicht anwendbar, so dass hier Operationen mit Nerventransplantationen notwendig sind. Der Standard in der heutigen Therapie besteht in der autologen Transplantation, das heißt in der Übertragung von körpereigenen Nerven. Die Entnahme dieser Nerven hinterlässt jedoch deutliche neurologische Defizite und meist ist körpereigenes Material nicht ausreichend vorhanden.

Daher sind Wissenschaftler auf der Suche nach Alternativen. Eine Forschungsrichtung, die in den vergangenen Jahren im experimentellen Bereich immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, ist die Transplantation von Nerven, zunächst noch zusammen mit anderem Gewebe. Dr. Fansa erforscht in Zusammenarbeit mit dem Uni-Institut für Medizinische Neurobiologie, wie speziell präpariertes Muskelgewebe als Überbrückungshilfe für defekte Nervenfasern eingesetzt werden könnte. Dieses Muskelgewebe wird so vorbereitet, dass es sogenannte "Schwannsche Zellen" aufnehmen kann, die ein Nervenwachstum ermöglichen. Die Magdeburger Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie ist gegenwärtig die Klinik in Deutschland, die einem Ersatznerventransplantat aus Gewebezüchtung am Allernächsten ist.

Weitere Auskünfte erteilt gern: Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Direktor der Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Tel. 0391/67 15519.
Im Internet: http://www.med.uni-magdeburg.de/fme/zchi/kpwh/
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