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Neuer Magnetresonanztomograph (MRT) des Essener Klinikums einmalig in Europa

14.10.1999 - (idw) Universität Essen (bis 31.12.2002)

Am Freitag, 15. Oktober, wird im Essener Universitäts-Klinikum, Hufelandstra-ße 55, das neue Zentrum für Magnetresonanztomographie (MR-Zentrum), das zum Zentralinstitut für Röntgendiagnostik gehört, eingeweiht.

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13. Oktober 1999

Der Festakt beginnt um 14 Uhr im Auditorium Maximum mit Kurzvorträgen über die Magnetresonanztomographie. Anschließend findet ab 15.15 Uhr ein Empfang im neuen MR-Zentrum statt, das über eine in Europa einmalige Ausstattung verfügt.

Die Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das auf der Resonanz von in den Körper eingestrahlten Radiowellen beruht. Im Gegensatz zur Computertomographie kommt die MRT ohne Röntgenstrahlen aus und vermag vielfach eine genauere Abgrenzung von Gewebsstrukturen untereinander herauszuarbeiten. Das ist für die Darstellung von Tumoren ausgesprochen wichtig. Doch damit sind die Möglichkeiten noch nicht erschöpft.

So liegen zum Beispiel die Forschungsschwerpunkte des neuberufenen Professors für Diagnostische Radiologie, Jörg F. Debatin, in der MR-Angiographie und der MR-Kolonographie - sehr zum Wohle der Patienten. Die MR-Angiographie er-möglicht die Darstellung von Gefäßen, ohne mit Kathetern in den Körper eindringen zu müssen. Ziel ist es, nicht mehr allein die großen und ruhig liegenden Strukturen bildlich zu erfassen, sondern auch Herzkranzgefäße oder den bewegten Herzmuskel abzubilden, ohne invasiv (eindringend) tätig werden zu müssen. Hoffnungen knüpfen sich auch an die Kolonographie. Zur Untersuchung des Dickdarms wird das rektale Einführen eines fingerdicken Schlauchs überflüssig.

Dieses für den Patienten unangenehme Verfahren wäre nur noch dann erforderlich, wenn eine Gewebeprobe entnommen werden muss. Michael Forsting, Leiter der Neuroradiologie, wird im neuen MR-Zentrum die Diagnostik des Gehirns und des Rückenmarks verbessern. Wissenschaftlicher Schwerpunkt wird die bildliche Darstellung der Hirnfunktionen sein.

Nötig für all diese Untersuchungsverfahren sind mit modernster Technik ausge-
stattete Geräte. Die Firma Siemens hat im MR-Zentrum zwei Magnetresonanztomographen mit dem Namen "Symphony" installiert. Das Besondere dabei liegt in der Sonderausstattung von einem der Geräte. Es ist mit "Sonata"-Gradienten aus-gestattet. Das sind Elektromagneten und ihre Steuerung, die zur Schaltung der Untersuchungssequenzen notwendig sind. Bessere Gradienten ermöglichen nicht nur kürzere Untersuchungszeiten, sondern vor allem spezielle Untersuchungsse-quenzen, wie sie zum Beispiel für die Darstellung von Gefäßen am Herzen oder die Darstellung von Diffusionsdifferenzen im Gewebe erforderlich sind. Für die Installation von "Sonata"-Gradienten gab es eine Vielzahl von Bewerbern. Schließlich gibt es nur zwei Geräte dieser Klasse. Das erste Gerät wurde in den USA in Betrieb genommen; für das zweite hat Essen "das Rennen gemacht". Die Investitionskosten in Höhe von 5,5 Millionen DM wurden vom Land Nordrhein-Westfalen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gemeinsam getragen.

Mit dem MR-Zentrum setzt das Klinikum einen neuen innovativen Glanzpunkt. Neben dem Kardiologen Raimund Erbel und dem Herz- und Thoraxchirurgen Heinz Günther Jakob, die ein neues Herzzentrum entstehen lassen, und Siegfried Seeber, dem Chef der Inneren Klinik und Poliklinik (Tumorforschung), wird auch nicht zuletzt Christoph E. Brölsch, einer der weltweit führenden Transplantationschirurgen, der Radiologie Impulse liefern. Sie haben aber auch ihrerseits gerade mit der neuen Technik von der Radiologie Impulse zu erwarten.

Hinweis für die Redaktionen: Vertreter Ihrer Redaktion sind zur feierlichen Einweihung des MR-Zentrums herzlich eingeladen. Während des Empfangs im MR-Zentrum stehen Ihnen Mitarbeiter der Abteilung für Fragen zur Verfügung. Sollten Sie bereits vor der Veranstaltung Fotos/Filmdokumente oder O-Töne erstellen wollen, bitten wir Sie um kurze vorherige Rücksprache.

Redaktion: Karin Kirch, Telefon (02 01) 1 83-20 38

Weitere Informationen: Dr. Andreas Jagenburg, Telefon (02 01) 7 23-15 01
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