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Uni Dortmund: Zweiter deutsch-polnischer Workshop in Vorbereitung

18.10.1999 - (idw) Universität Dortmund

Am Institut für Journalistik an der Universität sind die Vorbereitungen zum zweiten deutsch-polnischen Workshop angelaufen, der vom 2. Bis 14. April 2000 in Dortmund stattfinden soll. Das erste Projekt zum Thema "Polen auf dem Weg nach Europa - zehn Jahre Wandel in Politik, Gesellschaft und den Medien", bei dem sich im Juni 1999 Dortmunder und Kattowitzer Studienten in Polen trafen, war bereits ein voller Erfolg.


Zwischen Mittagessen und Radio-Besichtigung trafen die angehenden Journalisten zufällig mit den polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwasniewski (Bildmitte) zusammen. (Foto: Pawel Jurek) Ein dichtes Programm absolvierten die jeweils elf deutschen und polnischen Studenten und Studentinnen, die zwischen dem 5. und 17. Juni 1999 zehn bedeutende Institutionen in Kattowitz, Gleiwitz, Krakau und Warschau besuchten - darunter auch den Sejm, das polnische Parlament. Mit hochkarätigen Experten diskutierten sie über Politik und Wirtschaft, die Förderung der deutsch-polnischen Beziehungen, die Ostpolitik oder die EU-Intergration Polens. Zu ihren Gesprächspartnern gehörten unter anderem Presseattaché der Deutschen Botschaft, Klaus-Matthias Klause, die Geschäftsführerin der polnisch-deutschen Industrie- und Handelskammer, Gabriela Jaworek, Hermann Bünz von der Friedrich-Ebert-Stiftung Warschau, Ewa Mroz (Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit Gleiwitz) und Dr. Peter Seel (Goethe-Institut Warschau).

Weiterer Programmpunkt: Ein Besuch bei der schlesischen Regionalzeitung "Dziennik Zachodni", die dem deutschen Verlag "Passauer Neue Presse" gehört. Die "Passauer Neue Presse" kaufte nach der politischen Wende 1989 Dutzende Parteizeitungen in Tschechien und Polen auf und dominiert heute die regionalen Tageszeitungsmärkte in beiden Ländern. Moskaugesteuerte Journalisten wurden damals entlassen, Nachwuchsjournalisten waren und sind auch heute noch gefragt.

Die "Dziennik Zadochni" veröffentlichte eine Woche lang in einer Sonderserie Artikel über das Ruhrgebiet, die zuvor von den Dortmunder Studenten verfaßt worden waren. Das Ruhrgebiet gilt mit seinem derzeitigem Strukturwandel als Vorbild für die Noch-Industrie-Region Schlesien.

Mit Journalisten verschiedener Medien und Generationen diskutierten die Teilnehmer des Exkurses bei "Radio Katowice" über die Rolle der Medien und Journalisten, die Bedeutung ihrer Arbeit im heutigen Polen und die Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit. Wissenschaftliche Vorträge an der Universität Katowice, an der die Studenten zufällig mit dem Präsidenten Aleksander Kwasniewski zusammentrafen, beschäftigten sich mit der Einführung der Marktwirtschaft und Demokratie in Polen seit 1989. Auch aktuelle Probleme wie die noch ungelöste Frage der Wiedergutmachung für polnische Zwangsarbeiter und Häftlinge im Zweiten Weltkrieg standen dort zur Debatte.

Die Ergebnisse des elftägigen Workshops fassten die deutschen und polnischen Studenten in der achtseitigen Zeitschrift "Uni" zusammen, die in beiden Sprachen produziert wurde.

Ein volles und interessantes Programm erwartet die Kattowitzer auch bei ihrem Gegenbesuch in Dortmund. Diplom-Journalistin Katharina Schliep, Dozentin am Institut für Journalistik an der Universität Dortmund, hat schon viele Pläne: Treffen mit Vertretern regionaler Medien (darunter dem WDR in Köln und der Deutsche Welle), eine dreitägige Fahrt nach Berlin (inklusive dem Besuch des Bundestags) und eine Podiumsdiskussion mit jungen Journalisten im Polnischen Institut in Düsseldorf. In den letzten drei Tagen des Workshops werden die Teilnehmer im Multimediazentrum der ehemaligen Pädagogischen Hochschule eine eigene Zeitung produzieren.

Dozentin Katharina Schliep erhofft sich Unterstützung vom Bundespresseamt und Auswärtigen Amt, Deutschen Akademischen Austauschdienst, Akademischen Auslandsamt der Universität sowie vom Erich Brost Institut.

Weitere Informationen:

Dipl.-Journalistin Katharina Schliep, Tel. 755-419
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