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FM&M: neuer Forschungsverbund startet

26.10.1999 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

FM&M: neuer Forschungsverbund von Freiburger
Materialforschern und Medizinern startet mit innovativen Produkten

FM&M: neuer Forschungsverbund von Freiburger
Materialforschern und Medizinern startet mit innovativen Produkten


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hat den neuen Freiburger Material- und Medizin-Forschungsverbund (FM&M) gegründet. Ziel des FM&M, in dem zahlreiche Vertreter aus Hochschulen, Fraunhofer Instituten, Forschungszentren und Industrie vertreten sind, ist die Förderung von Kooperationen und Gedankenaustausch im Bereich Materialforschung für die Medizin. In den zentralen Bereichen neue Werkstoffe, medizinische Diagnostik und Trägermaterialien für die Wirkstoffabgabe werden Workshops veranstaltet.
Zentrale Themen des FM&M sind:
· neue Werkstoffe für die Medizin, z.B. biokompatible Materialien, Implantate, Gewebe-, Organ- und Knochenersatz, Dentalwerkstoffe;
· medizinische Diagnostik für die Früherkennung von Krankheiten, z.B. neue Sensoren und Bildverarbeitung; und
· neue Trägermaterialien sowie kontrollierte Wirkstoffabgabe, z.B. Verkapselung von Wirkstoffen und Zellimmobilisierung.

Der erste Workshop über Trägermaterialien wird am 2. Dezember veranstaltet.

Bei einer
Pressekonferenz
am Dienstag, 2. November 1999, um 10.30 Uhr im Seminarraum A, Freiburger Materialforschungszentrum, Stefan-Meier-Straße 21, 1. OG

möchten Ihnen der Sprecher des Verbundes, Prof. Dr. Rolf Mülhaupt, zusammen mit Projektleitern den Freiburger Material- und Medizin-Forschungsverbund und einige ausgewählte Highlights (s. Seite 2) vorstellen. Ich würde mich sehr freuen, Sie bei diesem interessanten Termin begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf-Werner Dreier
Leiter Kommunikation und Presse
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Projektbeispiele FM&M

1. Maßgeschneiderte Formteile für die Medizin durch computergesteuerte schnelle Formgebung mit 3D-Druckern
(Kontakt: Prof. Dr. Rolf Mülhaupt, Freiburger Materialforschungszentrum, Stefan-Meier-Str. 21, D-79104 Freiburg, Tel. 0761-203-6270)

Neue 3D-Drucker ermöglichen die rasche Übertragung von Bildern und Konstruktionszeichnungen in Formteile, die patientengerecht für Anwendungen in der Medizin maßgeschneidert werden können. In Freiburg werden zwei Typen von 3D-Druckern eingesetzt. Ein 3D-Drucker nützt das Tintenstrahldruckprinzip, um Pulver zu verfestigen und schichtweise dreidimensionale Strukturen aufzubauen. Der zweite Drucker arbeitet mit einer dreidimensional positionierbaren Düse, die Poly-merschmelzen, Polymerlösungen oder ein- und zweikomponentige Reaktivharze, z.B. Silikone und Polyurethane, auftragen kann. Über Computerdesign können so kom-plexe Formteile und Prototypen aufgebaut werden. Einsatzgebiet sind 3D-Visualisierung von Bildern und computerunterstützes Design von Trägern für die Gewebe- und Knochenrekonstruktion, wo Zellen auf den so konstruierten Skelettstrukturen wachsen können.

2. Polymere als Träger für tumorhemmende Wirkstoffe reduzieren Neben-wirkungen bei der Chemotherapie
(Kontakt: Dr. F. Kratz, Klinik für Tumorbiologie, Breisacherstraße 117, 79106 Freiburg, Tel. 0761-206-2176)

Durch chemische Kopplung von tumorhemmenden Wirkstoffen (Zytostatika) an synthetische und natürliche Polymere ("Polymer-Zytostatika-Konjugate") kann die Treffsicherheit bei der Tumorbekämpfung erheblich gesteigert werden. Polymere als Träger reduzieren die Wechselwirkungen der aggressiven Zytostatika mit gesundem Gewebe und reduzieren so die für niedermolekulare Zytostatika üblichen Nebenwirkungen bei der Chemotherapie. Durch Design der Bindungsstellen können Zytostatika zielgenau in Krebszellen freigesetzt werden.

3. Salzkristallisation auf der Haut beim Versprühen von Salznebeln bessert chronische Hautkrankheiten nachhaltig
(Kontakt: Dr. med. Wolfgang Strasser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Allergologie/ Phlebologie, Günterstalstr. 54, 79100 Freiburg)

Durch das Versprühen von Salznebel in Kombination mit UV-Bestrahlung (Heliotherapie) konnten gute Behandlungserfolge bei einigen chronischen Hautkrankheiten wie z.B. Neurodermitis erzielt werden, ohne die Haut durch Salzkrusten, wie bei der Einwirkung von Salzwasser üblich, zu reizen. In der

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Kooperation des Freiburger Hautarztes Dr. Strasser mit dem Freiburger Materialforschungszentrum konnte mittels Atmosphärenrastermikroskopie (ESEM) die Bildung eines dünnen Salzkristallfilms auf der Haut nachgewiesen werden, die für den Erfolg dieser Therapie und die geringe Hautreizung maßgeblich ist.

4. Neuartige Sensoren für die Röntgendiagnostik reduzieren gesundheitsgefährdende Strahlenbelastung
(Kontakt: Dr. Michael Fiederle, Freiburger Materialforschungszentrum, Stefan-Meier-Str. 21, D-79104 Freiburg, Tel. 0761-203-4775)

Im Freiburger Materialforschungszentrum wurden im Rahmen eines durch die EU geförderten Forschungsprojektes XIMAGE neue Röntgendetektoren entwickelt, die gegenüber konventionllen Röntgengeräten 15 bis 20-fache Empfindlichkeit aufweisen und keine Röntgenfilme erforderlich machen. Grundlagen für den Röntgendetektor sind Galliumarsenid-Halbleiter- und CCD-Technologie. Der Vorteil der Verbindungshalbleiter besteht in der direkten Umwandlung von Röntgenstrahlen in elektrische Signale, die mit dem Computer bearbeitet und direkt auf Datenträger gespeichert oder über das Internet übermittelt werden können.

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