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Preisgekrönter Förderunterricht an der Universität Essen

22.08.2002 - (idw) Universität Essen

Das Institut für Migrationsforschung, Interkulturelle Pädagogik und Zweitsprachendidaktik an der Universität Essen ist mit einem Preis der Bertelsmann Stiftung und des Bundespräsidenten ausgezeichnet worden: Mit dem Projekt "Förderunterricht für Kinder und Jugendliche ausländischer Herkunft an der Universität Essen" konnten sich die Mitarbeiter des Instituts gegenüber bundesweit mehr als 1 300 teilnehmenden Projekten am Wettbewerb zur Integration von Zuwanderern durchsetzen. Überreicht wird der Preis durch den Bundespräsidenten am heutigen Donnerstag, 22. August, auf Schloss Bellevue.

Erfolgsgeschichte begann vor 28 Jahren

Seit 28 Jahren fördert das Projekt interkulturelles Lernen und Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Angesiedelt ist es im Funktionsbereich "Deutsch als Zweitsprache" von Professor Dr. Rupprecht S. Baur im Fachbereich Literatur- und Sprachwissenschaften der Universität Essen. Ziel des Förderunterrichtes ist es, Zuwandererkindern die gleichen Chancen auf einen guten Schulabschluss zu gewähren wie deutschen Kindern. So werden derzeit etwa 700 Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen von Lehramtsstudenten der Universität Essen unterrichtet - von der fünften Klasse bis zum Abitur, quer durch alle Schulformen. Das Konzept kommt dabei allen Beteiligten zugute: Die Jugendlichen werden zusätzlich zu ihrem regulären Schulbesuch in individuellen Problemfächern intensiv gefördert, für sie ist der Besuch des Förderunterrichts kostenlos. Die Schüler werden zudem über den Förderunterricht hinaus betreut. So beraten und begleiten die Mitarbeiter sie bei der Suche eines Ausbildungs- oder eines Studienplatzes. Allein in diesem Jahr konnten 42 Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung des Förderunterrichts das Abitur ablegen, 65 erhielten die Fachhochschulreife. Den etwa 100 Lehramtsstudenten bietet der Unterricht die Möglichkeit, Praxiserfahrungen zu sammeln - im Umgang mit mehrsprachigen, bikulturellen Kindern und Jugendlichen. Zudem entwickeln Wissenschaftler Möglichkeiten der praxisnahen, aktuellen und vertieften Erforschung von Schul- und Familiensituation der betreuten Kinder, um so zu adäquaten Handlungskonzepten zu gelangen.

Vernetzung und Förderung

Das Essener Projekt wird an der Hochschule auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages mit der Kommune realisiert. Die Hochschule stellt dem Projekt Büro- und Unterrichtsräume kostenlos zur Verfügung, übernimmt die Sach- und Verwaltungskosten sowie die wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Die Honorarkosten werden aus Zuschüssen der Kommune - in diesem Jahr erhielt das Projekt zusätzlich 90 000 Euro vom Rat der Stadt Essen - sowie Mitteln verschiedener Stiftungen finanziert. Im vergangenen Jahr ist es mit Hilfe der Robert Bosch Stiftung und der Mercator Stiftung GmbH gelungen, die Projektidee auf eine Gesamtschule in Duisburg und auf die Universität Bielefeld zu übertragen. Seit diesem Jahr gibt es eine Außenstelle an der Universität Köln, innerhalb Essens darüber hinaus eine enge Zusammenarbeit mit vielen in der Ausländerarbeit tätigen Vereinen.


Redaktion: Daniela Endrulat, Telefon (02 01) 1 83 - 45 18
Weitere Informationen: http://www.uni-essen.de/foerderunterricht oder Dr. Claudia Benholz, Telefon (02 01) 1 83 - 32 48/ - 35 76
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