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Arbeit und Familie unter einem Hut: Erste Fraunhofer-nahe Kindertagesstätte eröffnet

27.10.1999 - (idw) Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Im Oktober wurde die neue IZS-nahe Kindertagesstätte offiziell eröffnet. Die Einrichtung ist innerhalb der FhG bislang einmalig.

Seit Anfang September hat die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) eine "Einrichtung" mehr. Der Institutsleiterrat des Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart IZS leistet seinen Mitarbeitern bei der Vereinbarung von Familie und Beruf nun aktiv Hilfestellung, indem er - bislang einmalig in der FhG - eine Fraunhofer-nahe Kindertagesstätte unterstützt. Im Oktober fand die offizielle Einweihung statt. Die neue Tagesstätte im Lauchhau steht sowohl Kindern von IZS-Mitarbeitern als auch von Betriebsfremden zur Verfügung. 15 Kinder werden dort zur Zeit betreut. Ab Januar 2000 sollen es dann insgesamt 30 im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren sein.

Träger der Einrichtung ist der Verein "Kind e.V." - ein Zusammenschluß von mehreren Industriefirmen aus Stuttgart-Vaihingen. Bereits seit fünf Jahren betreibt dieser Verbund eine Kindertagesstätte in Stuttgart Roh, mit bislang positiver Erfahrung. Ihr zusätzliches Engagement lohnt sich für die Mitgliedsfirmen. Qualifizierte Mitarbeiter bleiben ihnen erhalten, es müssen keine oder nur kurzfristige Vertretungsregelungen gefunden werden. Außerdem zeigten sich Mitarbeiter/innen, die durch diese Maßnahme früher in das Berufsleben wieder einsteigen oder ihren Berufsalltag mit mehr Ruhe und Regelmäßigkeit planen konnten, deutlich motivierter.

Faktoren, die für den Institutsleiterrat unter dem Vorsitz von Fraunhofer IPA Institutsleiter Prof. Rolf Dieter Schraft Grund genug waren, der Initiative von Schrafts Assistentin Inge Fiegel-Kölblin zu folgen und eine Anschubfinanzierung zur Gründung und Einrichtung einer Kindertagesstätte zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit der Unternehmensberatungsfirma "Konzept" und dem Stuttgarter Jugendamt hat Fiegel-Kölblin, selbst zweifache Mutter, in rund anderthalb Jahren das Konzept für die Tagesstätte erarbeitet und bis zur Realisierung begleitet. Konkret auf die Belange der Mitarbeiter der Fraunhofer-Institute abgestimmt, wurden die überlangen Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr. Ebenso die flexibel gehaltenen Betreuungszeiten: So können z. B. Teilzeitarbeitende mit bestimmten Arbeitstagen ihre Kinder auch in "Teilzeit" an diesen Tagen in die Kindertagesstätte bringen - bei einem Minimum von 20 Stunden pro Woche.

Am FhG-Institutszentrum Stuttgart sind sechs Fraunhofer-Institute mit einem im Durchschnitt relativ jungen Mitarbeiterstamm angesiedelt: Die meisten Wissenschaftler kommen in der Regel direkt nach dem Diplom an das Institut, um zu promovieren. Danach wechselt der überwiegende Teil zu Industrieunternehmen. Parallel zur Karriereplanung fällt in diesen Lebensabschnitt häufig auch die Entscheidung zur Gründung einer Familie. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie beides unter einen Hut zu bringen ist. Flexible Arbeitszeitmodelle, Telearbeitsplätze und Frauenförderprogramme sind zwar hilfreiche Maßnahmen, Arbeit und Familie zu vereinbaren. Doch gerade in Berufen, die Kundenkontakte, Teamwork und eine gewisse Erreichbarkeit verlangen, ist die Arbeitszeit in Abhängigkeit der laufenden Projekte nur selten regelmäßig und planbar.

Daß eine solche Einrichtung die richtige Ergänzung zu bestehenden Maßnahmen ist, zeigt auch folgendes Beispiel: Der zweijährige David ist eines der ersten Kinder, die seit September durch die neuen Räume toben. Dank dieser neuen Betreuungssituation konnte seine Mutter kurz darauf über ein Förderprogramm für junge Wissenschaftlerinnen ihre Promotion am Fraunhofer IGB starten. Ohne die Kindertagesstätte hätte sie weiter auf ihren Wiedereinstieg warten müssen - trotz Förderprogrammen.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
Hubert Grosser und Michaela Neuner
Telefon 0711/970-1667, Telefax 0711/970-1400, e-mail presse@ipa.fhg.de
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