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Erfolgreicher Start des Leukämie-Netzwerkes

03.11.1999 - (idw) Universitätsklinikum Mannheim

Führende Leukämie-Experten aus ganz Deutschland wollen künftig noch enger zusammenarbeiten, um die Erforschung und die Therapie des Blutkrebses weiter zu verbessern. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, diskutierten am 26. und 27. Oktober mehr als 200 Leukämiespezialisten beim Startsymposium für das Kompetenznetzwerk "Akute und chronische Leukämien" in den Räumen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Der Koordinator des Netzwerkes, Professor Dr. Rüdiger Hehlmann, stellte das Projekt vor: Insgesamt sind daran derzeit 320 Universitätskliniken, Forschungsinstitute, Krankenhäuser und Arztpraxen beteiligt. Damit umfasst das Kompetenznetzwerk alle größeren Studiengruppen in Deutschland, die sich mit der Erforschung und der Therapie der Leukämie beschäftigen. Professor Hehlmann ist Direktor der III. Medizinischen Klinik (Onkologie, Hämatologie) am Mannheimer Universitätsklinikum.

Bei einem bundesweiten Wettbewerb waren Anfang des Jahres neun von 160 Förderungsanträgen prämiert worden - darunter auch das von Professor Hehlmann koordinierte Kompetenznetzwerk "Akute und chronische Leukämien". Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in den kommenden Jahren mit rund 20 Millionen Mark gefördert und sieht vor, sieben seit vielen Jahren bereits erfolgreich arbeitende Studiengruppen miteinander zu verbinden.

"Durch das Kompetenznetzwerk sollen aktuelle Informationen und neue wissenschaftliche Ergebnisse rasch verfügbar gemacht werden, um auf diese Weise dazu beizutragen, die Heilungschancen bei Leukämien weiter zu erhöhen," skizziert Hehlmann das Vorhaben. 11.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Leukämie, nach einer groben Schätzung werden etwa 50 Prozent aller Patienten im Rahmen von Studien des Kompetenznetzwerkes behandelt. Beim Startsymposium in Heidelberg informierten sich die Teilnehmer zunächst über den derzeit aktuellsten Stand bei der Behandlung der verschiedenen Leukämieformen. Anschließend wurde in Arbeitsgruppen die zukünftige Umsetzung der einzelnen Projekte des Netzwerkes diskutiert.

"Wir wollen die Forschung verbessern, wir wollen aber auch die Krankenversorgung verbessern," umreißt Professor Hehlmann die Ziele des Netzwerkes. So geht es beispielsweise darum, einzelne Untergruppen von Leukämien genauer zu charakterisieren. Durch modernste Untersuchungstechniken können entsprechende Veränderungen auf chromosomaler und molekularer Ebene bei bestimmten Leukämieformen festgestellt werden. Diese erworbenen Veränderungen im Genmaterial sind auch mit einem unterschiedlichen Verlauf der Erkrankung assoziiert. Dadurch wird es zukünftig möglich sein, den einzelnen Patienten individueller zu behandeln.

Den Partnern im Netzwerk werden die neuesten Erkenntnisse im Internet (http://leukaemie.krebsinfo.de) ohne den Umweg Fachaufsatz und Lehrbuch zugänglich gemacht. Zusätzlich sollen die Netzwerkteilnehmer beispielsweise durch eine Ausweitung der bereits bestehenden Telemikroskopie Unterstützung bei der Leukämiediagnostik im Einzelfall erhalten. Durch die Telemikroskopie ist es einer wachsenden Zahl von Teilnehmern möglich, per Datenleitung mit externen Experten Knochenmarkausstriche im Mikroskop gemeinsam zu beurteilen. Dadurch kann rasch eine genaue Zuordnung der Leukämie erfolgen, so dass ohne Zeitverzögerung eine Therapie eingeleitet werden kann.
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