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Globale Endspielstimmung

06.11.1999 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

Neuer Rekord bei Firmenzusammenschlüssen bereits im Oktober

DaimlerChrysler, Hoechst und Rhône-Poulenc, Deutsche Bank und Bankers Trust sind bereits Geschichte. VIAG und VEBA, RWE und VEW, Telekom und One-2-One, Dasa, Aerospatiale Matra und Casa sind die aktuellen deutschen Transaktionen. Kleingeld jedoch im Vergleich zu den amerikanischen Fusionen wie beispielsweise der größten jemals vereinbarten Fusion der beiden Telefongiganten MCI World Com und Sprint für 129 Mrd. Dollar. Jeder redet mit jedem und es scheint, als könnte morgen jedes Unternehmen - ja jeder Arbeitsplatz - mit in den Fusionswirbel gezogen werden. In den USA sind bereits über 45% der Arbeitsplätze von Fusionen und Unternehmenskäufen betroffen, so Stephan A. Jansen, Gründer des Institute for Mergers & Acquisitions (IMA) der Universität Witten/Herdecke. Nach seinen aktuellen Analysen an der Stanford University sind bis September 1999 weltweit Transaktionen im Wert von knapp 2,2 Billionen Dollar durchgeführt worden - das sind umgerechnet ca. 4000 Mrd. DM. Damit ist das Niveau des letzten Jahres bereits nach neun Monaten erreicht. Zum Vergleich: 1992 waren Transaktionen in einem Wert von 250 Mrd. Dollar zu verzeichnen. Auch in Europa ist der letztjährige Rekord bei Unternehmenszusammenschlüssen bereits im September übertroffen worden, so Jansen weiter: Mit einem Volumen von über 800 Mrd. Dollar (1,5 Billionen DM) wurde der Rekord von 1998 mit 585 Mrd. Dollar deutlich überschritten.

Warum diese Fusionswelle anders ist und welche neuen Herausforderungen sich Unternehmen stellen

Fusionen sind keine Erfindung unserer Zeit. Sie sind immer wieder seit über hundert Jahren in Wellen aufgetreten. Warum aber ist diese Welle anders? Die Globalisierung und Deregulierung in vielen Branchen wie Energie und Telekommunikation sowie die Nachfolgeproblematik sind wesentliche Treiber dieser "Fusionitis" vor allem in Deutschland. In Europa hingegen ist ein neuer Markt mit 290 Millionen Konsumenten entstanden, ohne Währungsrisiken und einem expandierenden Kapitalmarkt. Jansen zeigt aber auch noch eine andere Entwicklung auf, die derzeit im Silicon Valley zu beobachten sei: Der Verkauf junger Technologie-Unternehmen hat zum ersten mal die Anzahl der Börsengänge übertroffen. Es geht immer weniger um Kostensynergien als vielmehr um Zugänge zu Technologien, Märkten und qualifizierten Mitarbeiter, so Jansens Analyse im Silicon Valley. Erfolgsstudien zeigen daher - trotz unterschiedlicher Methodik - deutlich, dass Fusionen mit Motiven der Kosteneinsparung zu mehr als 60 Prozent scheitern. Bisher mangelte es allerdings vor allem in Deutschland an einer systematischen wissenschaftlichen Behandlung dieser angelsächsischen Thematik und an einem Erfahrungsaustausch von Praktikern und Wissenschaftlern.

Das Anfang diesen Jahres gegründete Institute for Mergers & Acquisitions (IMA) der Universität Witten/Herdecke hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Lücke zu schließen. Neben verschiedenen Forschungsprojekten und einem spezifischen Lehrangebot für Studierende der Universität Witten/Herdecke schafft das Institut dieses Jahr mit dem "1st Executive M&A-Congress" am 19. und 20. November ein Forum für die Präsentation und Diskussion aktueller internationaler Entwicklungen in Wissenschaft und Praxis. Durch einen national wie international ausgewiesenen Referentenkreis wird nun erstmalig eine wissenschaftlich fundierte Kongressreihe für ein kontinuierliches Diskussionsforum von Praktiker und Wissenschaftlern sorgen. Der erste Kongresstag steht unter dem Motto des Pre-Merger-Management, also der Prozesse bis zum Vertragsabschluss. Der zweite Tag wird dagegen die Prozesse des Post-Merger-Management genauer beleuchten. Referenten wie der international renommierte Experte zur Unternehmensbewertung und Gründer der Beratung Monitor, Tom Copeland, der deutsche Chef des Investmenthauses Goldman Sachs, Dr. Paul Achleitner, und das Vorstandsmitglied von DaimlerChrysler, Dr. Eckhard Cordes, sowie viele weitere internationale Spitzenvertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft geben interdisziplinäre und praxisbezogene Erfahrungsberichte und Hilfestellungen für den exklusiven Teilnehmerkreis.

Kongressdaten

Zielgruppe: M&A Bereichsvorstände, M&A verantwortliche Führungskräfte, M&A Dienstleister.
Anzahl: maximal 100 Teilnehmer
Ort: Universität Witten/Herdecke
Zeit: 19. und 20. November 1999

Kontakt
Stephan A. Jansen (Gründer IMA)
Telefon: 02302-926-742, sjansen@uni-wh.de, www.ima-net.de
Utz Helmuth (Kongress-Organisationsteam)
Email: ma-congress@uni-wh.de
Weitere Informationen im Internet unter der URL http://www.ma-congress.de
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