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Die Gegenwart des Altertums

09.11.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

In verschiedenen Kulturen und Zeiträumen wurde der Begriff Altertum jeweils anders definiert und verwendet. Formen und Funktionen dieses Altertumsbezuges sollen bei einer internationalen Fachkonferenz an der Universität Würzburg zur Sprache kommen. Im Mittelpunkt stehen die Regionen Mitteleuropa mit östlichem Mittelmeerraum, Vorderer Orient und Ostasien.

Von Donnerstag bis Samstag, 18. bis 20. November, werden im Toscanasaal der Würzburger Residenz 27 Vorträge gehalten, die allen Interessenten offen stehen. Die Referate in deutscher und in englischer Sprache behandeln den Zeitraum von der Vor- und Frühgeschichte bis ins 16. Jahrhundert. Veranstalter der Tagung, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Universitätsbund Würzburg gefördert wird, ist das Institut für Kulturwissenschaften Ost- und Südasiens der Universität Würzburg.

Dessen Vorstand Prof. Dr. Dieter Kuhn beschreibt die Thematik "Gegenwart des Altertums": "Die Vergangenheit ist allen Menschen auf verschiedene Art gegenwärtig, zum Beispiel auch im Stadtbild. Wenn wir durch die Stadt gehen, bewegen wir uns auf Schritt und Tritt in und inmitten von "alten" Gebäuden. Dabei unterscheiden wir intuitiv zwischen solchen Bauwerken, die einen besonderen Platz auch noch in unserem Kulturverständnis einnehmen, und solchen, die für uns nur zur Vergangenheit gehören.

Vor allem aber beobachten wir, dass Elemente des Alten auch in der neuesten Architektur aufgegriffen werden, dass die Gegenwart des Alten also nicht einfach aus seinen Resten besteht, sondern aus der bewussten oder unbewussten Übernahme und Verwendung früherer Formen. Allerdings wird nicht alles Vergangene beibehalten oder wieder neu umgesetzt. Bestimmte Bereiche der vergangenen Kultur laden offenbar eher zur Übernahme ein als andere, die für die folgenden Zeiten irrelevant geworden sind.

Diejenigen Epochen, Bereiche und Elemente, denen für die Gegenwart eine positive Bedeutung zuerkannt wird, die für sie ideal- und normgebend sind und die es deshalb zu erhalten oder aufzugreifen lohnt, bezeichnen wir als Altertum. Dieses ist also ein Teil der Vergangenheit, der zwar zeitlich abgeschlossen ist, aber dennoch in der Gegenwart zur kulturellen Identitätsfindung beiträgt."

Die Tagung behandelt am Donnerstag Fragen des Altertums in Mesopotamien (14.30 Uhr) sowie in Ägypten und Meroe (Kusch) (16.30 Uhr). Am Freitag geht es um Kulturentstehung und (Kultur-) Heroen (8.30 Uhr), die aktive Rezeption der Antike im europäischen Mittelalter (11.00 Uhr), die Transformation des Altertums in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunst (15.00 Uhr) sowie um das Altertum im islamischen Kulturkreis (Freitag, 17.30 Uhr, und Samstag, 9.00 Uhr). Die Deutung und Verwendung des Altertums in China stehen am Samstag um 11.00 und 15.00 Uhr im Mittelpunkt.

Weitere Informationen/Programm: Prof. Dr. Dieter Kuhn, T (0931) 888-5571, Fax (0931) 888-4617, E-Mail:
dieter.kuhn@mail.uni-wuerzburg.de
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