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Förderung der neutestamentlichen Textforschung

09.11.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Bischof D. Dr. Hermann Kunst, Ehrenbürger der Universität Münster und Ehrendoktor ihrer Evangelisch-Theologischen Fakultät, Mitbegründer des Bibelmuseums in Münster und langjähriger Förderer der neutestamentlichen Textforschung, ist im Alter von 92 Jahren gestorben.

Hermann Kunst, geboren 1907 in Ottersberg, wurde bereits mit 33 Jahren Superintendent in Herford. 1949 wurde er in das neu geschaffene Amt des Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland am Sitz der Bundesregierung in Bonn berufen, das er bis 1977 wahrnahm. Von 1956 bis 1972 war er erster Militärbischof der Evangelischen Militärseelsorge.

Der Universität Münster war Bischof Kunst durch seine Förderung der Arbeit des Instituts für Neutestamentliche Textforschung seit Jahrzehnten eng verbunden. 1964 gründete er gemeinsam mit dem damaligen Direktor des Instituts, Prof. Dr. Kurt Aland, die Stiftung zur Förderung der neutestamentlichen Textforschung, die später nach ihm benannt wurde. An der Arbeit dieser Stiftung hat Bischof Kunst zeitlebens großen Anteil genommen. Dass die Textforschung in Münster weit über die Grenzen der Stadt hinaus wirken konnte und international bekannt wurde, ist wesentlich auch seiner Förderung zu verdanken. Ziel der Forschungsarbeiten von Institut und Stiftung war die Herausgabe einer sogenannten "Großen Ausgabe" des griechischen Neuen Testaments auf der Grundlage des gesamten griechischen Handschriftenmaterials sowie der alten Übersetzungen und Zitaten der Kirchenväter.

Als Zeichen der Dankbarkeit widmete das Institut für neutestamentliche Textforschung der Universität Münster diese "Editio Critica Maior", deren erste Lieferung 1997 erschienen ist, Hermann Kunst. Das 1979 von ihm mitbegründete Bibelmuseum in Münster, das die Arbeit des Instituts der Öffentlichkeit vermittelt, lag ihm immer besonders am Herzen. Die Evangelisch- Theologische Fakultät in Münster verlieh ihm für seine vielfältigen Verdienste 1966 die Ehrendoktorwürde. Die Westfälische Wilhelms-Universität ernannte den Theologen zum Ehrenbürger und zeichnete ihn mit der Universitätsmedaille und der Freundschaftsplakette aus.
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