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Russischer Stipendiat soll Varianten zu Ansamycin-Antibiotika entwickeln

10.11.1999 - (idw) Technische Universität Clausthal

Die Arbeitsgruppe von PD Dr. habil. Andreas Kirschning im Institut für Organische Chemie der TU Clausthal befaßt sich mit der Natur- und Wirkstoffsynthese und der kombinatorischen Chemie. Dimitrij Kashin, Stipendiat des Landes Niedersachsen, wird die Struktur der Ansamycin-Antibiotika im Labor in klassischer Synthese nachvollziehen und nach pharmazeutisch wirkungsvollen Varianten suchen.


Dimitrij Kashin (links) ahmt die Natur nach. Vielleicht findet er sogar neue chemische Verbindungen, die eine größere heilende Wirkung besitzen als die natürlichen Ausgangsstoffe. PD Dr. Andreas Kirschning (r.) holte ihn an die TU Clausthal. Aus der Stadt Perm im Ural, wo es jetzt bereits minus 15 Grad Celsius kalt ist, die Sonne vier Stunden vor unserem Morgenbeginn die ersten, wärmenden Strahlen über die rauhreifbedeckten Dächer schickte, von dort führte Dimitrij Kashin der Weg an die TU Clausthal ins Institut für Organische Chemie in die Arbeitsgruppe des Privatdozenten Dr. habil. Andreas Kirschning.
An der staatlichen Universität in Perm studierte Dimitrij Kashin mit Auszeichnung Chemie und im Fernstudium Pharmazie. Das an Erdöl und Edelsteine reiche Land ist eine neue Partnerregion Niedersachsens und die niedersächsische Landesregierung hat ein Programm aufgelegt zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in diesen Ländern. Versehen mit der zusätzlichen Gewichtung, der niedersächsischen Industrie über Praktika dieser Stipendiaten in ihren Unternehmen das neu erworbene Wissen direkt zu erschließen und Kontakte anzubahnen für spätere Geschäfte mit den Heimatländern der Stipendiaten. So wird Dimitrij Kashin sein dreimonatiges Praktikum bei dem Pharmazieunternehmen Solvay in Hannover verbringen.

Die Arbeitsgruppe von PD Dr. habil. Andreas Kirschning befaßt sich mit der Natur- und Wirkstoffsynthese und der kombinatorischen Chemie. Zunehmend wird heute erkannt, welches arzneiliche Potential in Naturstoffen verborgen liegt. Die gezielte Neukombination der einzelnen Bausteine, sprich der Moleküle, eröffnet die Chance zur Bekämpfung weiterer Krankheiten. Das Ganze ist ein aufwendiger Prozeß aus vieltausendfachem Versuch und Irrtum. Während früher das "Synthesekochen" langwierig war, hat heute die kombinatorische Chemie Wege gefunden automatisiert und in sehr kurzer Zeit eine große Menge an Produktvarianten herzustellen. Sie spielt gewissermaßen schneller Roulette und erzielt so öfter Treffer.

Dimitrij Kashin wird sich mit ausgewählten Ansamycin-Antibiotika befassen, diese hemmen das Wachstum bestimmter Bakterien, Pilze und Einzeller. Kashins Aufgabe sind Studien zur Totalsynthese dieser Antibiotika. Er wird also untersuchen, wie sie, Baustein für Baustein, im Labor des Chemikers zusammengesetzt werden können, so also der Syntheseweg der Natur an einer besonders interessanten chemischen Struktur technisch gewissermaßen Schritt für Schritt nachvollzogen und aufgrund der verstandenen Bildungswege gezielt um möglicherweise wirkungsvolle Varianten erweitert werden kann.
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