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Stadt und Region - Prof. Johanek wird 65

23.08.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Am 28. August vollendet Prof. Dr. Peter Johanek das 65. Lebensjahr. Der Inhaber des Lehrstuhls für westfälische Landesgeschichte und mittelalterliche Geschichte am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität hat sich mehr als zwanzig Jahre in verschiedenen Positionen und Bereichen der Landesgeschichte gewidmet.

Geboren 1937 in Prag, aufgewachsen in Budweis und Lemgo, studierte er in Wien und Würzburg, wo er 1967 zum Doktor der Philosophie promoviert wurde und 1979 seine erste Privatdozentur erhielt. Es folgte ein Jahr an der Universität Marburg, bevor er 1982 als Professor für Mittelalterliche Geschichte an die Universität Münster berufen wurde. Hier erhielt er 1985 den Lehrstuhl für Westfälische Landesgeschichte, wurde zum Direktor des Instituts für Vergleichende Städtegeschichte und 1990 zum 1. Vorsitzenden der Historischen Kommission für Westfalen gewählt, deren Vorstand er bereits seit 1986 angehört.

Vielfältig sind die Forschungsschwerpunkte des Jubilars: Neben dem Geschichtsraum Westfalen ist es die allgemeine Landesgeschichte mit besonderem Schwerpunkt auf der mittelalterlichen Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte. Das spiegelt sich auch in Mitgliedschaften weiterer landesgeschichtlicher Kommissionen und Gesellschaften wider. Landesgeschichte hat für ihn nichts mit verstaubter Heimattümelei zu tun, sie ist für ihn nicht losgelöst von der allgemeinen Geschichte, sondern eingebunden in die deutsche und europäische Geschichte. So wirft er immer den Blick über die Landesgrenzen hinaus, speziell in die Niederlande, nach Großbritannien und verstärkt seit Öffnung des Eisernen Vorhangs nach Ostmitteleuropa, wo er in Budapest und Riga (Lettland) vor einigen Jahren Lehrveranstaltungen über die Geschichte der Kultur Westfalens abgehalten hat.

Stärker befasst ist er zudem mit dem Bereich der historischen Städteforschung, eine Arbeit, die er im Institut für Vergleichende Städtegeschichte bündelt. Forschungen zu den spätmittelalterlichen Residenzen und Höfen ergänzen dieses
Arbeitsfeld. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeiten und Veröffentlichungen liegt im Bereich des Urkunden- und Verfassungswesens. So hat er für die berühmten "Monumenta Germaniae Historica" die Veröffentlichung der Diplome (Urkunden) Ludwigs des Frommen übernommen. Von Ludwig dem Frommen, Sohn Karls des Großen, sind rund 500 Urkunden erhalten, aber sie sind verstreut über etliche europäische Archive. "Wenn ich im Ruhestand bin, werde ich das Werk wohl vollenden können", prognostizierte er vor einiger Zeit.

Folge seiner hohen wissenschaftlichen Reputation sind zahlreiche Mitgliedschaften in Akademiekommissionen, Arbeitskreisen und Kommissionen. Neben den Akademien in Göttingen, Düsseldorf und Leipzig stehen der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte, die Commission international de Diplomatique, die Commission International pour l'Histoire des Villes sowie die Ehrenmitgliedschaft im Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung und die Korrespondierende Mitgliedschaft der Wiener Akademie der Wissenschaften.

Prof. Johanek ist ein außerordentlich beliebter akademischer Lehrer, was sich auch in zahlreichen betreuten Magister- und Staatsexamensarbeiten widerspiegelt. Mehr als 30 Doktoranden und Doktorandinnen wurden und werden von ihm betreut. Der Öffentlichkeit ist er durch seine Vorträge bekannt So hat er gerade erst in Cappenberg vor über 300 Zuhörern über den westfälischen Grafen Gottfried von Cappenberg gesprochen.

Das Institut für Vergleichende Städtegeschichte und die Historische Kommission für Westfalen veranstalten ihm zu Ehren am 15. und 16. Oktober ein internationales wissenschaftliches Kolloquium zu dem Thema "Regionen und Städte", in dessen Rahmen ihm Kollegen, Mitarbeiter, Schüler und Freunde eine umfangreiche Festschrift überreichen werden.

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