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Insekt des Jahres 2000 - Der Goldglänzende Rosenkäfer

19.11.1999 - (idw) Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft

Der Goldglänzende Rosenkäfer ist das Insekt des Jahres 2000. Durch seine kupfergoldgrünen Flügeldecken gehört er zu den auffälligen einheimischen Insekten. Die Larven des Käfers leben in abgestorbenen Bäumen, auch im Komposthaufen und helfen bei der Humusbildung. Mit etwas Glück kann man den schönen Käfer auf Rosenblüten finden, wo sie ein bisschen an Pollen und zarten Blütenteilen knabbern. Mit der Wahl dieses Käfers zum Insekt des Jahres wollen namhafte Insektenkundler die Bevölkerung aufrufen, auch unbekannte Tiere zu schützen und die Larven des Käfers in den Komposten nicht zu töten, sondern sorgsam umzusetzen.


Der Goldglänzende Rosenkäfer ist 14 - 20 mm groß. Auf den metallisch grün- oder kupferglänzenden Flügeldecken sind helle Querflecken.
Die Flügeldecken sind beim Flug über dem Körper geschlossen, wobei am Rand seitliche Ausschnitte sind für die Bewegung der richtigen Flügel. Der Rosenkäfer, lateinisch Cetonia aurata oder "Goldkäfer", lebt nur wenige Monate. Am ehesten kann man ihn in den Monaten Mai, Juni und Juli sehen, aber nicht nur an Rosen, sondern auch an Flieder, Holunder, Weißdorn oder Doldenblüten. Hier verharren Käfer oft stundenlang und lassen sich gut beobachten. Ein in unseren Breiten sehr seltenes Massenauftreten kann zu kleineren Fraßschäden beispielsweise an Flieder führen. Wir sollten dies tolerieren, zumal es sich im nächsten Jahr kaum wiederholen wird.

Die Larven des Käfers leben in zerfallenen pflanzlichen Stoffen beispielsweise im Mulm alter Bäume oder auch im Komposthaufen. Die vier bis fünf Zentimeter großen Larven brauchen zwei bis drei Jahre, bis sie sich verpuppen, um dann nach wenigen Wochen "Puppenruhe" als Käfer zu schlüpfen. Der Käfer bleibt noch einige Wochen in der "Puppenwiege", bis sich der Chitinpanzer ausfärbt und erhärtet hat. Der Chitinpanzer ist eine Besonderheit aller Insekten. Wenn sie sich zum letzten Mal häuten oder aus der Puppe schlüpfen, können Insekten nicht weiter wachsen. Sie haben kein Skelett wie Wirbeltiere, sondern einen Panzer aus Chitin, der auch "Außenskelett" genannt wird.

Mit der Wahl des Rosenkäfers soll auch wieder die Aufmerksamkeit auf die besonderen Schutzbedürfnisse der Insekten gelenkt werden. Insekten sind nicht lebensfähig ohne ihre unmittelbare Umwelt; ihr Schutz muss daher stets auch die Bewahrung ihrer Lebensräume einschließen. Das heißt aber auch, dass der intakte Zustand von geschützten Lebensstätten durch die Anwesenheit von bestimmten Arten nachgewiesen werden kann. - Die Novelle der Bundesartenschutzverordnung listet mehrere Arten der Rosenkäfer als besonders schutzwürdig auf, darunter unser "Insekt des Jahres 2000"." (BBA)


Diese Bilder und zwei weitere sind abrufbar im Internet unter http://www.bba.de/mitteil/presse/99111901.htm

Um Belegexemplar wir gebeten
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