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Amerikanischer Jura-Professor lehrt ein Jahr lang an der Medizinischen Fakultät Charité

26.08.2002 - (idw) Medizinische Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin

Zum 1. September 2002 übernimmt der amerikanische Rechtsprofessor Robert Rich eine einjährige Gastprofessur an der Charité. Der Aufenthalt wird als DFG-Mercator Gastprofessur von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) getragen. Mercator-Professuren werden auf Antrag einer Universität dann finanziert, wenn der "Aufenthalt des ausländischen Forschers im besonderen Interesse von Forschung und Lehre in Deutschland" liegt. Professor Dr. Joachim Dudenhausen, Dekan der Charité, sieht in Zeiten der Globalisierung nicht nur den Austausch von Studenten, sondern ebenso den von Wissenschaftlern in hohem Maße als sinnvoll an.
Rich ist seit 1986 Mitglied der juristischen Fakultät der Universität von Illinois, USA. Ab September wird er nicht nur in der Charité, sondern auch am "Europäischen Zentrum für Staatswissenschaften und Staatspraxis" an der Freien Universität Berlin und im "Einstein Forum" in Potsdam einen Schreibtisch haben. Er gilt als international ausgewiesener Experte für Gesundheitssystemforschung, für soziale Sicherungssysteme, Wissenschafts- und Umweltpolitik und last not least für Fragen der Bioethik, etwa in der Reproduktionsmedizin, zur Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik, Stammzellgewinnung und -nutzung).
Die Gesundheitssysteme in beiden Staaten- so die These von Rich - stehen in einem bereits erkennbaren Veränderungsprozeß. Treibende Kräfte in diesem Prozeß sind nach seiner Ansicht die neuen Technologien der molekularen Medizin (Gendiagnostik und -therapie, Stammzellforschung). Er erwartet, daß sie nicht nur Umwälzungen in den Gesundheitssicherungsystemen der beiden Staaten erzwingen, sondern auch starke Auswirkungen auf die Sozialpolitik haben werden. In seinem

Jahr in Deutschland will Rich diesen Thesen in einem Vergleich der Gesundheitssysteme der USA und Deutschlands überprüfen, wobei auch Aspekte der Sozialpolitik einbezogen werden sollen. Rich will Unterschiede und Gleichartigkeiten herausstellen und Möglichkeiten der Annäherung zwischen den Systemen beider Länder herausarbeiten. Die Ergebnisse dürften auch für andere europäische Staaten von Interesse sein. (www.law.uiuc.edu/fa)
Silvia Schattenfroh (26. 8. 02)
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