Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 23. Mai 2013 

Hochlastfaulung in Klärwerken: Weniger Klärrückstände, mehr Energie

26.08.2002 - (idw) Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik hat ein Hochlastverfahren für die Klärschlammentsorgung entwickelt, das vor einem Jahr im kommunalen Klärwerk Heidelberg in die bestehende Entsorgungslinie integriert wurde. Eine erste Bilanz zeigt: Mit dem Verfahren lassen sich Platz und Kosten sparen, Energie gewinnen und gleichzeitig der ausgefaulte Schlamm wesentlich reduzieren.


Vorgeschaltete Hochlastfaulung im Klärwerk Heidelberg Im Auftrag des Abwasserzweckverbands Heidelberg hat das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) im April letzten Jahres das Heidelberger Klärwerk um eine Hochlaststufe erweitert. Ziel war, die Wirtschaftlichkeit der Klärschlammentsorgung zu erhöhen, ohne die Entsorgungslinie außer Kraft zu setzen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IGB haben den herkömmlichen eiförmigen Faultürmen im Heidelberger Klärwerk einen Hochlast-Faulturm vorgeschaltet. Er arbeitet mit einer Raumbelastung von 8-10 kg organischer Trockensubstanz pro Kubikmeter und Tag und benötigt lediglich einen Faulraum von vier Litern statt 60 Litern pro Einwohnergleichwert.

Der feststoffreiche Schlamm aus der Hochlastfaulung bietet den Mikroorganismen beste Lebensbedingungen. Das erste Betriebsjahr zeigt, dass sie den Schlamm innerhalb von etwa fünf Tagen - statt 20-30 Tagen beim herkömmlichen Verfahren - zu Biogas umsetzen.

Erfreuliches Plus: Die Biogasausbeuten von 0,6 Kubikmeter pro Kilo zugeführter organischer Trockensubstanz fließen in die Energiever-sorgung der Stadt Heidelberg.

Im Zuge der erhöhten Biogasproduktion reduzieren die Mikroorganismen die Organik um 50 bis 60 Prozent - gegenüber rund 40 Prozent bei der herkömmlichen Schlammentsorgung. Dadurch fallen geringere Mengen ausgefaulten Schlamms an, die das Klärwerk leichter entwässern und günstiger entsorgen kann als bisher.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums bietet Ihnen der Abwasserzweckverband Heidelberg die Möglichkeit, am 24. September 2002 die Hochlastfaulung im Klärwerk Heidelberg zu besichtigen. Der verantwortliche Wissenschaftler des Fraunhofer IGB, Professor Walter Trösch, und der technische Leiter des Klärwerks, Jürgen Weber, sind vor Ort und stehen Ihnen gern für Fragen zur Verfügung.

Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart

Institutsleitung:
Prof. Dr. Herwig Brunner

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Henrike Henschen
Telefon: +49 (0)711 - 9 70 - 40 31
Fax: +49 (0)711 - 9 70 - 42 00
E-Mail: info@igb.fhg.de
http://www.igb.fhg.de

Besichtigung der Hochlastfaulung:
Klärwerk Heidelberg Süd
Mittelgewannweg 2
Heidelberg-Wieblingen
Ansprechpartner
Frank Witte
Postfach 12 0 74 6
69068 Heidelberg
Telefon: +49 (0)622- 4572 0
Fax: +49 (0)6221 4572 21
uniprotokolle > Nachrichten > Hochlastfaulung in Klärwerken: Weniger Klärrückstände, mehr Energie

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/5435/">Hochlastfaulung in Klärwerken: Weniger Klärrückstände, mehr Energie </a>