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Here be dragons - Zum performativen Verfahren

02.12.1999 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Am Montag, dem 6.12., referiert Prof. Dr. Hanne Seitz in der Mittagsvorlesung des FB Sozialwesen zum Thema "Here be dragons - Zum performativen Verfahren". Die Vorlesung findet um 13:30 Uhr statt in der FH Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4, kleiner Hörsaal.

Dr. Hanne Seitz ist Professorin für Sozialarbeit/Sozialpädagogik/Medienarbeit mit dem Schwerpunkt Theater und Musik. Sie geht in ihrem Vortrag davon aus, dass "es hochgegriffen sein mag, einen Paradigmenwechsel für die Gegenwart zu behaupten; doch zweifelsohne befinden sich unsere Wahrnehmungs- und Handlungsgewohnheiten in einer Krise. Wir sind auf dramatische Weise beschleunigt: die Sinne treffen auf virtuelle Welten, der Sinn ist verflüchtigt, die
Entscheidungsfreiheit scheint an Überforderung zu scheitern. Vorbilder haben ihre Glaubwürdigkeit verloren,
die großen Erzählungen, samt ihrer Texte und Bilder sind in Fluß geraten."
Vor diesem Hintergrund kann Bildungsarbeit nur gelingen, wenn sie sich genau in solche Zuständen der Verflüssigungen, der Sinnentkoppelung und damit in Territorien des Nicht-Wissens begibt. Wenn sie sich im Fremdartigen, Nicht-Normalen übt und derart die Wahrnehmung und Einbildungskraft herausfordert. Und: Wenn die am Bildungsprozeß Beteiligten, sich selbst eine Bild machen und ihr eigenes Wissen zur Sprache bringen, um dieses schlussendlich auszuhandeln, der Kommunikation und
Interaktion mit anderen auszusetzen.

Here be dragons - dies zu lesen auf mittelalterlichen Weltkarten, dort wo die Kartographen an die Grenzen
ihres Wissens gestoßen sind, wo das Territorium noch unbekannt, seine noch ausstehende Entdeckung mit
Angst, aber auch mit Faszination besetzt war. Here be dragons - dies auch zu erfahren in performativen Einspielungen. Am Beispiel des auf dem Potsdamer Pfingstberges durchgeführten FH-Projekts "DerGartenDasWasserDieRuine" mit Studierenden der
Architektur, der Kultur- und Sozialarbeit will die Vorlesung die Untiefen des performativen Verfahrens aufspüren, sie zu Wort bringen, ins Bild setzen und so auch zeigen, daß die in die Geschichte eingeschlossene und in den Köpfen vermauerte Zeit wieder lebendig werden und auf ästhetischem Weg zur Sprache gebracht werden kann. Ästhetische Praxis - nicht eine Kunst des Schönen, sondern eine Kunst der Wahrnehmung und der performativen Gestaltung.
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