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Dies academicus der TU München: Preise für hervorragende Dissertationen

03.12.1999 - (idw) Technische Universität München

Der Bund der Freunde der Technischen Universität München e.V. zeichnet auf der Akademischen Jahresfeier der TUM traditionell sechs hervorragende Dissertationen mit einem Förderpreis in Höhe von je 3.000 Mark aus. Die Arbeiten spiegeln die Forschungsvielfalt der TU an ihren Hauptstandorten München, Garching und Freising-Weihenstephan wider. Die Preise verleiht Dr. Otto Majewski, Vorsitzender des Bundes der Freunde der TU München.

Die Preisträger sind:

Dr. rer. nat. Markus Manfred Bauer (33); Lehrstuhl für Experimentalphysik (E 10): "Herstellung und Charakterisierung von YBCO-Schichten und biaxial texturierten Pufferschichten auf technischen Substraten"

Auch 13 Jahre nach ihrer Entdeckung stößt die Herstellung technischer Supraleiter immer noch auf große Schwierigkeiten. Grund ist vor allem die für eine hohe Stromtragfähigkeit erforderliche gute kristalline Ordnung. Dr. Bauer hat ein neues Verfahren entwickelt, das die Erzeugung einer kristallin geordneten Oxidschicht auf einer beliebigen Unterlage erlaubt, also auch auf kilometerlangen Metallbändern als technische Supraleiter. Hinsichtlich einer hohen Stromtragfähigkeit dieser Anordnung hat der Preisträger sogar einen neuen Rekord aufgestellt. Mit seiner Arbeit machte er den Weg frei für die Anwendung der neuen Supraleiter in der Energietechnik.

Dr. rer. nat. Hans Eisenmann (32); Lehrstuhl für Entwurfsautomatisierung: "Ein universelles Plazierverfahren für integrierte Schaltungen"

Ein entscheidender Schritt beim automatisierten Entwurf mikroelektronischer Bauteile ist deren Platzierung: Hunderttausende, verbundene Schaltungselemente müssen überlappungsfrei in der Ebene so angeordnet werden, dass die Verbindungen so kurz wie möglich sind. Zur Lösung dieses Problems hat Dr. Eisenmann ein neues Verfahren vorgeschlagen, das Zielfunk-tion und Nebenbedingungen auf Kräfte und Kraftfelder abbildet. Bisherige diskrete Modellierungen werden durch eine analytische Modellierung ersetzt. Gegenüber dem Stand der Technik lassen sich durch die Arbeit von Dr. Eisenmann deutlich bessere Ergebnisse bezüglich Fläche, Schaltgeschwindigkeit und Rechenzeit erzielen.

Dr.-Ing. Klaus Jürgen Kriebitzsch (31); Lehrstuhl für Wassergüte- und Abfallwirtschaft: "Ursachenanalyse und Bekämpfung von Schwebschlamm am Beispiel der Behandlung von Papierfabrikabwasser in SBR-Anlagen"

Bei der biologischen Behandlung von Industrieabwässern stellt Schwebschlamm ein schwerwiegendes Problem dar. Dr. Kriebitzsch konnte für den Zusammenhang von Schlammalter, absetzbaren Makroflocken und nicht sedimentierbaren Mikroflocken wesentliche Erkenntnisgewinne erzielen. Die Zulauf-Anreicherung mit Kalium ermöglicht die Einbindung der Mikroflocken in größere Flockenverbände, was die Qualität des Ablaufs der Industrieabwässer deutlich verbessert. Dr. Kriebitzsch hat mit seiner Arbeit entscheidend dazu beitragen, die Aufbereitung von Industrieabwässern bei unterschiedlichsten Randbedingungen zu optimieren.

Dr. oec. Kathrin Möslein (33); Lehrstuhl für Allgemeine und Industrielle Betriebswirtschaftslehre: "Organisation und Visualisierung"

Für die Fortentwicklung eines Unternehmens gewinnt die Visualisierung zunehmend an Bedeutung. Über bildliche Kommunikation, zum Beispiel im Internet, entstehen neue Märkte; das Bild revolutioniert die Arbeitswelt, die Welt des Lernens, der Wissenschaft und der Wirtschaft gleichermaßen. Dr. Möslein hat das Innovationsfeld der multimedialen Kommunikation thematisiert und zeigte in beeindruckender Weise auf, dass sich Wissenschaft und Praxis in Information und Organisation durch Bilder völlig neu gestalten lassen. Sie eröffnet damit neuartige Perspektiven der Wahrnehmung, der Zusammenführung und des Wissenstransfers zwischen Theorie und Praxis.

Dr. silv. Peter Schall (39); Lehrstuhl für Waldbau und Forsteinrichtung: "Ein Ansatz zur Modellierung der Naturverjüngungsprozesse im Bergmischwald der östlichen Bayerischen Alpen"

Dr. Schall hat mit seiner Arbeit die natürliche Verjüngung im Bergmischwald modellhaft abgebildet. Dafür entwickelte er drei Teilmodelle, die, angelehnt an das natürliche Geschehen der Waldverjüngung, stufenweise aufeinander aufbauen. Ausgangspunkt ist eine dreidimensionale Abbildung eines Altbaumbestandes, in dem sich aufgrund bestimmter Kronenstrukturen und Lücken unterschiedliche Licht-Regime am Boden einstellen. Mit dem von Dr. Schall entwickelten Modell läßt sich voraussagen, wie junger Waldbaum-Bestand in Abhängigkeit von den Lichtverhältnissen und der Konkurrenz benachbarter Pflanzen heranwächst.

Dr.-Ing. Jürgen Srnik (31); Lehrstuhl B für Mechanik: "Dynamik von CVT-Keilkettengetrieben"

Die Dynamik von stufenlosen Keilkettengetrieben wird durch die Struktur der Kette, die konischen Kettenräder und durch Reibschluß der Kräfte zwischen Kette und Kettenräder bestimmt. Dr. Srnik hat dieses System als Mehrkörpersystem modelliert und dabei auch elastische Deformationen der Keilscheiben berücksichtigt. Der Preisträger brachte dabei neuartige Methoden der nichtglatten Mechanik zum Einsatz. Mit Hilfe von Simulationsprogrammen gelang es Dr. Srnik, den Bewegungszustand und sämtliche Kräfte aller Getriebekomponenten abzubilden. Damit erzielte er auch im Vergleich mit der Praxis hervorragende und bisher nicht mögliche Ergebnisse.

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