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Leibniz-Preis an Karlsruher Wissenschaftler:

03.12.1999 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)


Leibniz-Preisträger Martin Wegener, Nr. 100 / 03. Dezember 1999

Leibniz-Preis an Karlsruher Wissenschaftler:

Kurze Laserlichtblitze für Super-Zeitlupenaufnahmen

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Unter den Preisträgern des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises für das Jahr 2000, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute bestimmt hat, ist ein Wissenschaftler der Universität Karlsruhe: Prof. Dr. Martin Wegner vom Institut für Angewandte Physik erhält den mit drei Millionen Mark höchstdotierten deut-schen Förderpreis für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Kurz-zeitspektroskopie von Halbleitern. Halbleiter-Bauelemente haben für die Mikro-elektronik große Bedeutung erlangt. Kürzlich gelang es Wegener, den mit nur etwa 10 Femtosekunden (1 Sekunde = 1015 Femtosekunden) bislang kürzesten Laserlichtblitz im blauen Spektralbereich herzustellen.

Mit dieser Technik können nun wesentlich genauer als bisher Zusammenstöße von Elektronen im Inneren von Halbleitern untersucht werden, da diese Kollisio-nen sich in extrem kurzen Zeitabständen ereignen und deshalb nur mit Lichpul-sen von sehr kurzer Zeitdauer sichtbar gemacht werden können.

Prof. Dr. Martin Wegener (37) hat in Frankfurt am Main Physik studiert und dort auch promoviert. Nach zwei Jahren in den Bell Laboratories in den USA trat er 28jährig eine C3-Professur für Experimentelle Festkörperphysik an der Univer-sität Dortmund an und erhielt mit 34 Jahren einen Ruf auf eine C4-Professur am Institut für Angewandte Physik der Universität Karlsruhe.

1993 erhielt er den Förderpreis für junge Hochschullehrer der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der akademi-schen Lehre wurde er 1998 mit dem Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg für die Universität Karlsruhe ausgezeichnet.

Ziel des Leibniz-Programmes, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeits-bedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifi-zierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Beim Einsatz der Mittel wird den Preisträgern größtmögliche Freiheit eingeräumt.


Aus mehr als 100 Vorschlägen für den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für das Jahr 2000, die unter anderem von wissenschaftlichen Hochschulen, von der Max-Planck-Gesellschaft sowie von bisherigen Preisträgern eingegangen sind, hat die DFG insgesamt 14 ausgewählt, von denen sie sich durch zusätzliche Förderung eine besondere Steigerung der wissenschaftlichen Leistungen ver-spricht. Die DFG vergibt den Leibniz-Preis zum 15. Mal aus Sondermitteln des Bundes und der Länder.

"Der Leibniz-Preis ist ein großer Erfolg für meine Arbeitsgruppe, für das Institut für Angewandte Physik und für die Universität Karlsruhe", kommentierte Martin Wegener die Nachricht von der Auszeichnung, die ihn heute "überraschend" er-reicht habe.

Die feierliche Verleihung der Preise im Leibniz-Programm für 2000 wird DFG-Präsident Prof. Ernst-Ludwig Winnacker am 10. Februar 2000 im Bonner Wissenschaftszentrum, Ahrstraße 45, vornehmen.

-Sibylle Hofmeyer-
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