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Wie primitives Gewebe zu Herzklappen wird

07.12.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Trotz großer Fortschritte bei der Diagnostik und Therapie stellen angeborene Herzfehler noch immer eine der häufigsten Krankheits- und Todesursachen bei Kindern dar. Dabei sind oftmals eine oder mehrere Herzklappen betroffen. Die Entstehung solcher Fehler ist größtenteils noch unklar und wird deshalb in einem Projekt an der Universität Würzburg erforscht.

Das Herz ist eines der ersten Organe, die sich beim Kind im Mutterleib entwickeln. Bereits bei einem erst drei Wochen alten Embryo funktioniert es in Form eines pumpenden Rohrs. In den folgenden vier Wochen entwickeln sich dann in einem komplizierten Prozess die einzelnen Herzkammern und -klappen, so dass alle Organe des Kindes ausreichend mit Blut versorgt werden können.

Doch bei etwa einem Prozent aller Kinder verläuft dieser Prozess fehlerhaft, wobei in den meisten Fällen die Herzklappen betroffen sind. Durch solche Erkrankungen wird der ungehinderte Blutstrom im Herzen unmöglich oder es kommt zu einem Rückfluss über die Klappen, die ja normalerweise das Blut nur in eine Richtung durchlassen sollen.

In Zusammenarbeit mit der Universität Leiden erforscht die Ärztin Dr. Ulrike Bartram von der Kinderklinik der Universität Würzburg die Entstehung von Herzklappenfehlern. Ihr Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Es geht insbesondere darum, die einzelnen Entwicklungsschritte zu untersuchen, die zur Ausformung der Herzklappen aus primitiven Gewebekissen führen. Dass dieser aufwendige Vorgang wirklich nur in denjenigen Abschnitten des primitiven Herzschlauchs stattfindet, in dem die Klappen mit ihren Segeln und dem Halteapparat entstehen sollen, liegt an einer Vielzahl von Stoffen, die sich nur in diesem Bereich nachweisen lassen und welche die Entstehung von spezialisierten Herzklappenzellen aus allgemeinen Vorläufern ermöglichen. Auch der Blutstrom spielt laut Dr. Bartram eine Rolle bei der richtigen Anordnung der Zellen.

Viele dieser Vorgänge im Herzen werden durch Gene reguliert. Andere Regulationen erfolgen durch spezialisierte Zellen. So scheint es zum Beispiel der Fall zu sein, dass eine Untergruppe von Zellen nur zu einem einzigen Zweck ins Herz einwandert, nämlich um sich dort selbst aufzulösen und dabei wichtige Informationen für die umliegenden Zellen freizusetzen. Durch ein genaues Verständnis dieser übergeordneten Steuerungsvorgänge können mögliche Fehler im normalen Ablauf der Klappenentwicklung erkannt werden. Mit diesem Wissen lassen sich dann auch die potenziellen Ursachen von Herzfehlern bei Kindern aufdecken.

Weitere Informationen: Dr. Ulrike Bartram, T (0931) 201-3726, Fax (0931) 201-5833, E-Mail:
bartram@mail.uni-wuerzburg.de
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