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Großgerät ermöglicht Spitzenforschung

15.12.1999 - (idw) Universität Hamburg

Für moderne Methoden der Medikamentenentwicklung

Spitzenforschung auf Weltniveau ermöglicht ein 3,65 Millionen teueres Hochleistungsgerät, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft jetzt Prof. Dr. Bernd Meyer vom Institut für Organische Chemie der Universität Hamburg und Prof. Dr. Thomas Peters vom Institut für Chemie der Universität Lübeck bewilligt hat. Dieses Großgerät, ein Spektrometer für kernmagnetische Resonanz, wird das erste seiner Art in Norddeutschland sein und mit Standort Hamburg Kern eines Zentrums werden, das sich modernen Methoden der Medikamentenentwicklung widmen will.

Mit der kernmagnetischen Resonanz lassen sich hervorragend Strukturen chemischer Stoffe in ihrer natürlichen Umgebung - wie zum Beispiel in Körperflüssigkeiten - bestimmen. Man misst dabei Wechselströme, die von den Atomkernen abgegeben werden, und kann aus der Frequenz und deren Intensität präzise Aussagen über den Aufbau und die dreidimensionale Struktur von Molekülen machen. Dazu werden die Stoffe in ein sehr starkes Magnetfeld gebracht, wobei besonders hohe magnetische Felder, wie im jetzt bewilligten Gerät, sehr präzise Aussagen von sehr kleinen Mengen erlauben.
Den Arbeitsgruppen der beiden Wissenschaftler ist es in den letzten Jahren gelungen, Verfahren zu entwickeln, mit denen hochspezifische neuartige Wirkstoffe aufgefunden werden können. Als Beispiele für die Leistungsfähigkeit der neuen Verfahren konnten Prof. Meyer und Prof. Peters molekulare Aspekte der Anlagerung des HIV (menschlicher Immunschwächevirus) an humane Zellen untersuchen, die die Bedeutung der Kohlehydrate für die Infektion menschlicher Zellen mit dem Virus aufzuklären hilft. Der Virus benötigt zwei Rezeptoren (Proteine) auf der Oberfläche der menschlichen Zelle, um sie zu infizieren.
Zur Zeit werden mit den in Hamburg und Lübeck entwickelten Verfahren neuartige Konzepte für Stoffe, die die Anbindung des Virus an die menschlichen Zellen hemmen und somit dem Virus keine Möglichkeit für eine Infektion liefern, gesucht. Erste Erfolge deuten auf neue Substanzen zur Verhinderung der Infektion hin.
Die hanseatischen Forscher wandten die Methode ebenfalls an, um aus einer Reihe möglicher Wirkstoffe denjenigen herauszufiltern, der ein optimaler Kandidat für die Hemmung entzündlicher Prozesse ist. Dabei untersuchten sie, welche Stoffe an den Eiweißstoff E-Selektin binden. Dieses Protein spielt eine entscheidende Rolle bei der Einleitung entzündlicher Prozesse. Deshalb richtet die Pharmaforschung bereits seit einigen Jahren ihr Interesse auf die Entwicklung geeigneter Hemmstoffe.

Weitere Informationen: http://sgi1.chemie.uni-hamburg.de

Kontakt:

E-Mail: bernd.meyer@sgi1.chemie.uni-hamburg.de
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