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Kräftigung der Konjunktur

17.12.1999 - (idw) Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

Die Konjunktur in Deutschland hat in den vergangenen Monaten wieder an Fahrt gewonnen, und die Erholung wird sich in den nächsten beiden Jahren fortsetzen und festigen: Im Jahr 2000 expandiert das BIP im Jahresdurchschnitt um 2,6 vH, 2001 ist das Wachstum mit 2,9 vH noch etwas höher.
Auch gewinnt der Aufschwung an Breite. Die Ausfuhr profitiert von der Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfeldes, zumal die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Anbieter hoch bleibt. Infolge der steigenden Absatzerwartungen sind bei günstiger Kosten- und Finanzierungssituation weiterhin hohe Zuwächse für die Ausrüstungsinvestitionen zu erwarten. Die Bauinvestitionen werden erstmals seit 1994 wieder ausgeweitet. Insbesondere aber expandiert der private Verbrauch mit der neuerlichen Abgabenentlastung der Haushalte deutlicher. In Ostdeutschland dürfte das Wachstum kaum niedriger sein als in Westdeutschland; zwar geht die Bautätigkeit dort weiter zurück, doch nimmt die Industrieproduktion mit 6 vH inzwischen wieder schneller zu (Westdeutschland: 3,5 vH). Im Jahr 2001 verstärkt sich der Aufschwung, wobei sich die Auf-triebskräfte zunehmend von der Auslands- auf die Inlandsnachfrage verlagern.
Das Expansionstempo ist im Prognosezeitraum zwar höher als bislang in den neunziger Jahren, liegt aber letztlich doch nur auf dem langfristigen Wachstumstrend und ist immer noch zu schwach für eine durchgreifende Besserung auf dem Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung nimmt nur wenig zu, um 150 000 (0,4 vH) im Jahr 2000 und um 260 000 (0,7 vH) im Jahr 2001. Wegen des weiterhin abnehmenden Erwerbspersonenpotentials, aber auch wegen der Fortführung der aktiven Arbeitsmarktpolitik auf hohem Niveau geht die Zahl der Arbeitslosen stärker zurück, als die der Beschäftigten steigt; im Jahr 2000 sinkt ihre Zahl der Arbeitslosen um 220 000 auf 3,9 Mill., im Jahr 2001 um 330 000.
Nach dem außerordentlich niedrigen Anstieg im abgelaufenen Jahr verstärkt sich der Preisauftrieb im Jahr 2000 mit der Steigerung der Importpreise sowie aufgrund der diesjährigen Lohnstückkostenerhöhung auf 1 ½ vH; dämpfend wirkt die Liberalisierung der Strommärkte. Im Jahr 2001 erhöht sich die Teuerung im Zuge der konjunkturellen Erholung auf 1 ¾vH.
(aus: RWI-Konjunkturbrief 2/1999.)
Ihre Ansprechpartner zu dieser Veröffentlichung: Dr. Elke Schäfer-Jäckel, Tel.: -296
Joachim Schmidt (Pressestelle), Tel.: -292
Freigegeben für Montag, 20. Dezember 1999

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