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Können Delfine kontaktgestörten Kindern helfen?

21.12.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Immer wieder berichten Eltern von behinderten Kindern über ihre positiven Erfahrungen mit der Delfintherapie: Die hautnahe Begegnung mit den Tieren soll besonders für hochgradig kontaktgestörte Kinder hilfreich und fördernd sein. Mit dieser Thematik befassen sich Wissenschaftler von der Universität Würzburg in einem Forschungsprojekt, das sie zusammen mit dem Nürnberger Tiergarten durchführen.

Die Erfolgsberichte über Delfintherapien stammen aus Florida (USA) und Eilat (Israel). Sie legen laut Dr. Erwin Breitenbach vom Bereich Geistigbehindertenpädagogik der Universität Würzburg nahe, dass die Begegnung mit Delfinen eine Art "Eisbrecherfunktion" erfüllt, welche die Kommunikationsfähigkeit der Kinder verändert und damit den Boden für eine weitere therapeutische Arbeit bereiten kann. Außerdem findet die Delfintherapie stets im Rahmen eines Familienurlaubs statt, und die dabei eintretende Erholung und Entlastung der gesamten Familie begünstige vermutlich die Veränderung des Sozialverhaltens der Kinder zusätzlich.

An dem Gemeinschaftsprojekt - beteiligt sind neben dem Tiergarten Nürnberg der Lehrstuhl Sonderpädagogik I und der Bereich Geistigbehindertenpädagogik der Universität Würzburg - sollen hochgradig kontaktgestörte Kinder und ihre Eltern teilnehmen. Ziel ist einerseits die Entwicklung eines Therapiekonzeptes unter den besonderen Bedingungen eines Delfinariums. Andererseits sollen die im Zusammenhang mit der Therapie möglicherweise auftretenden Veränderungen im Verhalten der Kinder beschrieben werden.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die behinderten Kinder im Verlauf der Therapie eine immer intensivere Beziehung zu dem Delfin aufnehmen. Dies soll so weit gehen, dass es zu einem direkten Körperkontakt im Wasser kommt. Erwartet wird unter anderem, dass die Kinder ausgeglichener, kontrollierter und kontaktfreudiger werden, dass sie verstärkt auf Personen reagieren, stärker auf deren Äußerungen achten und vermehrt versuchen, gesprochene Laute und Worte nachzuahmen.

Die Projektleiter Dr. Erwin Breitenbach und Dr. Lorenzo von Fersen (Tiergarten Nürnberg) gehen davon aus, dass die Ergebnisse des Forschungsprojekts Ende des Jahres 2006 veröffentlicht werden können. Finanziell wird ihr Vorhaben gefördert von der Stadt Nürnberg, dem Familienbund Deutscher Katholiken (FDK) in der Diözese Würzburg, dem Familienentlastenden Dienst (FED) der Lebenshilfe Würzburg sowie von der Firma Mares (Tauchsportartikel) aus Feldkirchen.

Weitere Informationen: Dr. Erwin Breitenbach, T (0931) 888-4832, Fax (0931) 888-6804, E-Mail bzw. Internet ("Projekte" anklicken):
spa1020@mail.uni-wuerzburg.de
http://www.uni-wuerzburg.de/gbpaed/index2.html
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