Genom-Organisation in Hefen ermöglicht effizientere DNA-Reparatur04.01.2000 - (idw) Technische Universität Kaiserslautern
Der Speicher der Erbinformationen, die DNA, ist empfindlich: Immer wieder kommt es zu Brüchen der fädigen Erbsubstanz. Schon sehr früh haben sich daher Mechanismen entwickelt, die solche Schäden meist reparieren und verhindern, dass die betroffenen Zellen absterben. Drei Forschergruppen aus Paris und Kaiserslautern zeigten nun, dass in Hefen die Genom-Organisation für die Effizienz dieser Reparaturmechanismen von wesentlicher Bedeutung ist. Ihr Artikel wird am 6. Januar in Nature erscheinen.
Schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass in Hefezellen die Chromosomenenden, die sogenannten Telomere, immer nahe der Zellkernhülle liegen. Verantwortlich dafür, so die Erkenntnisse der Wissenschaftler, sind zwei mit den Kernporen assoziierte Proteine namens MLP1 und 2, welche die Telomere gewissermaßen dort "festhalten". Diese Verbindung scheint für die Zellfunktion unbedingt nötig zu sein: Wurde MLP2 experimentell entfernt, beobachteten die Forscher eine schwere Störung der DNA-Reparatur. Auch bei der Genregulation spielen die Proteine eine wesentliche Rolle. An den Hefe-Telomeren liegt die DNA normalerweise dicht gepackt vor und kann daher nicht abgelesen werden; die entsprechenden Gene sind sozusagen "abgeschaltet". In Abwesenheit von MLP1 und 2 wird diese Hemmung aufgehoben; schwere Störungen des Zell-stoffwechsels sind die Folge. Die Ergebnisse der französischen und deutschen Forscher tragen wesentlich zu einem verbesserten Verständnis der DNA-Organisation im Zellkern bei - eine Tatsache, der auch die Publikation in der renommierten Wissenschafts-Zeitschrift Nature Rechnung trägt. Die Sperrfrist für diese Meldung läuft am 5. Januar, 20 Uhr, ab.Ansprechpartner: Harry Scherthan Tel.: 0631/205-3313 Fax: 0631/205-2878 email: scherth@rhrk.uni-kl.de
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