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Eigenverantwortung auch bei Studienfinanzierung

19.01.2000 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Ausweg aus der Ohnmacht bei BAföG-Reform: InvestiF-Modell fördert bis zu
30 Prozent der Studenten auch ohne zusätzliche Haushaltsbelastung

Gütersloh, 18. Januar 2000. Das Gütersloher CHE Centrum für Hochschulentwicklung be-fürchtet, dass die Reform des BAföG - ein zentrales Anliegen der Bundesregierung - im Ansatz stecken bleibt. "Anstelle einer fundamentalen Reform scheint es nun darauf hinaus zu laufen, lediglich am bestehenden System an einigen Schräubchen wie Freibeträgen und Einkommensgrenzen zu drehen", bedauert Detlef Müller-Böling, Leiter des CHE. Dabei ließe sich auch ohne finanziellen Mehraufwand die Zahl der geförderten Studierenden we-sentlich erhöhen.

Das InvestiF-Modell gründet sich auf staatlich gefördertes Bildungssparen und auf ein staatliches Bildungsdarlehen mit einkommensabhängiger Rückzahlung. Beide Instrumente seien sozialverträglich gestaltet und würden auch auf finanziell schwächere Bevölkerungsschichten nicht abschreckend wirken, unterstreicht Müller-Böling. Der Vorteil dieser Finan-zierung: Die staatliche Förderung würde ergänzt durch private Mittel derjenigen, die es sich leisten können. Das sind einerseits die Bildungssparer, also Eltern, die finanzielle Vorsorge für ihre Kinder treffen wollen. Andererseits sind es Hochschulabsolventen mit hohem Ein-kommen, die zur einkommensabhängigen Darlehensrückzahlung herangezogen werden.

Weiterer Bestandteil des InvestiF-Modells ist - wie zunächst auch von Ministerin Bulmahn geplant - die pauschale Sockelfinanzierung der Studierenden anstelle von Kindergeld und Freibeträgen für die Eltern. "Das wäre ein entscheidender Schritt, Studierende nicht als abhängige Kinder sondern als selbständige Personen zu betrachten, die bewusst einen Karriereweg eingeschlagen haben", so Müller-Böling. Die von der Regierung getroffene Ent-scheidung, einen solchen Sockelbetrag nicht umzusetzen, kann der Hochschulexperte kaum nachvollziehen.

Informationen zum InvestiF-Modell und Rückfragen:

Dr. Frank Ziegele, CHE, Telefon: 0 52 41 / 97 61 24
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