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Quantensprung für die Umsetzung der Mikrosystemtechnik

19.01.2000 - (idw) Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft

Institut für Mikrostrukturtechnik nach ISO 9001 zertifiziert

Seit Januar 1999 arbeitet das Institut für Mikrostrukturtechnik des Forschungszentrums Karlsruhe nach einem Qualitätsmanagementsystem, das sich an industriellen Maßstäben ausrichtet. Nun wurde auch das Zertifikat dafür erteilt. Die TÜV CERT-Zertifizierungsstelle bestätigte, dass das Qualitätsmanagementsystem des Instituts die Forderungen der internationalen Industrienorm DIN EN ISO 9001 vollständig erfüllt. Für die industrielle Umsetzung der Mikrosystemtechnik wurde damit ein wichtiger Schritt getan: Forschung und Entwicklung werden für Kunden transparent, indem neue Fertigungsverfahren nachvollziehbar dokumentiert werden und so leichter in die industrielle Produktion übertragen werden können.

Die Mikrosystemtechnik wird zu den vielversprechendsten Technologien des beginnenden Jahrhunderts gezählt. 1998 wurde mit entsprechenden Produkten weltweit ein Umsatz von 30 Milliarden DM erzielt, bis zum Jahr 2002 wird eine Verdopplung vorausgesagt. Wichtigste Einsatzgebiete sind Medizintechnik, Computerkomponenten und Automobilbau. In Forschung und Entwicklung im Bereich Mikrosystemtechnik steht Deutschland an vorderster Stelle.
Das Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) des Forschungszentrums Karlsruhe entwickelt und fertigt Mikrostrukturen, Mikrokomponenten und Mikrosysteme aus Kunststoffen und Metallen. Die Arbeiten reichen von der Konzeption über die Entwicklung von Erzeugnissen und Fertigungsverfahren bis zur Herstellung von Kleinserien industriereifer Mikrokomponenten. Arbeitsschwerpunkte liegen in der Mikrooptik und Mikrofluidik.
Seit dem 1. Januar 1999 arbeitet das IMT nach einem Qualitätsmanagementsystem, das Organisation und Arbeitsabläufe nachhaltig verändert hat. Im Rahmen einer zweitägigen Begutachtung hat der TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg nun bestätigt, daß das Qualitätsmanagementsystem des IMT die Forderungen nach DIN EN ISO 9001 erfüllt. Es bezieht sich auf Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von komplexen Mikrosystemen, Werkzeugen zur Herstellung von Mikrosystemkomponenten sowie Verfahren zur Mikrostrukturierung von Metallen und Kunststoffen. Somit hat das IMT die Voraussetzungen geschaffen, Qualität auf dem Niveau industrieller Fertigungsprozesse zu gewährleisten.
"Dadurch werden wir für Industrieunternehmen zu einem sicheren Partner", erklärt Professor Dr. Volker Saile, Leiter des Instituts für Mikrostrukturtechnik des Forschungszentrums Karlsruhe. "Die Firmen können sich darauf verlassen, daß unsere Entwicklungen und Produkte ihren strengen Maßstäben bezüglich Spezifikation und Termintreue entsprechen. Außerdem wollen wir natürlich die Zuverlässigkeit unserer Verfahren kontinuierlich verbessern und damit Ausbeuten erhöhen bzw. Kosten senken."
Daran ist die breite Umsetzung von mikrosystemtechnischen Entwicklungen oft gescheitert: Ein Verfahren, das ein hochspezialisierter Wissenschaftler im Labor beherrscht, ist noch längst nicht für die industrielle Produktion geeignet. Die Komplexität der Verfahren und die Empfindlichkeit der zugrunde liegenden Prozesse ließ vor allem kleinere Unternehmen vor der Praxisanwendung zurückschrecken.
Jetzt werden einzelne Prozeßschritte und Verfahren peinlich genau dokumentiert, Arbeitsabläufe sind transparenter, das Projektmanagement verbessert und die Fehlerquote verringert. Produktionsverfahren für Mikrostrukturkomponenten können damit leichter in Industriefirmen übertragen werden.
"Selbstverständlich wollen wir keine Fabrik sein. Wir wollen Forschung betreiben, aber darüber hinaus eben auch unsere Forschungsergebnisse der Industrie näher bringen. Die Basis dafür bilden Fertigungsverfahren und die Demonstration dieser Verfahren in Kleinserien", so Saile weiter. "Industrieaufträge können nun effizienter bearbeitet werden. Das macht uns den Rücken frei für unsere langfristigen FuE-Aufgaben."
Joachim Hoffmann 17. Januar 2000

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